Ostallgäu
Noch fehlen Unterschriften

Seit knapp einer Woche läuft das Volksbegehren für «echten Nichtraucherschutz». Soll es Erfolg haben, müssen bayernweit zehn Prozent der Stimmberechtigten unterschreiben. Bis gestern Mittag war der Ansturm auf die Rathäuser im Füssener Land verschieden. Das beste Ergebnis meldete Lechbruck: Dort waren fast die Hälfte der benötigten Stimmen schon gesammelt.

«Der Andrang ist größer als bei anderen Volksbegehren», berichtet Claudia Knappich von der Gemeinde Lechbruck. Vor allem zu Beginn kamen etliche Bürger ins Rathaus. Einen Trend, dass bestimmte Alters- oder Gesellschaftsgruppen vermehrt das Volksbegehren unterstützen, konnte sie für die Flößergemeinde nicht ausmachen. «Es ist bislang gemischt - von Jung bis Alt», so Knappich. Auch in Seeg ist das Interesse groß. «Das ist ein guter Zwischenstand», freut sich Bürgermeister Manfred Rinderle über 99 Bürger, die bislang den Antrag unterstützen. Vor wenigen Tagen hatte er sich als Privatmann mit anderen prominenten Bürgern für das Volksbegehren starkgemacht (wir berichteten). Trotzdem fehlen in der Gemeinde noch immer etwas über die Hälfte der Stimmen. «Mich haben die vergangenen Tage zahlreiche Seeger angesprochen, die noch unterschreiben wollen», ist Rinderle dennoch zuversichtlich.

«Jetzt läuft es sehr schleppend»

Weniger Unterstützung findet das Begehren zum Nichtraucherschutz in Füssen, Pfronten und Nesselwang. «Am ersten Tag waren es noch etwa 30, die unterschrieben haben. Jetzt läuft es aber sehr schleppend», berichtet Maria Boos aus Nesselwang. Bei ihr seien es vor allem Ältere und junge Mütter, die unterzeichnen. Auch ihre Pfrontener Kollegin Teresa Maier hat «mit mehr gerechnet». Wie in Nesselwang überwiegen ebenfalls ältere Unterzeichner.

Obwohl Füssen mit etwa 2,5 Prozent derzeit noch weit von den durchschnittlich benötigten zehn Prozent entfernt ist: «Bei uns ist das Volksbegehren verglichen mit anderen Begehren gut angelaufen, selbst wenn sich keine Schlangen bilden», so Jürgen Tietz vom Füssener Bürgerbüro. Und noch sei nicht aller Tage Abend.

«Bei den vergangenen Volksbegehren waren es auch immer die letzten beiden Tage, an denen noch viele unterschrieben haben», weiß er. Zudem können berufstätige Füssener auch am Donnerstag bis 20 Uhr und am Samstag von 10 bis 12 Uhr das Volksbegehren unterschreiben - ähnliche Öffnungszeiten gibt es auch andernorts.

Füssens Bürgermeister Paul Iacob und der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert haben sich ebenfalls beim Volksbegehren eingetragen. Beide sind überzeugt, dass nur die Wiedereinführung des strengen Nichtraucherschutzes wirklichen Schutz für die Menschen biete, heißt es in einer Pressemitteilung. «Die Gesundheit muss Vorrang haben», betonte Iacob.

Ein aufgeweichtes Gesetz, das die Einrichtung von «Raucherzimmern» erlaube, setze insbesondere die Mitarbeiter in gastronomischen Betrieben den schädlichen Auswirkungen des Zigarettenrauches aus.

Am Mittwoch, 2. Dezember, endet die zweiwöchige Eintragungsfrist.

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