Nix wird man wohl sagen dürfen

Von Stefan Nowicki Oberstaufen Alljährlich begeistert die Truppe des Oberstaufener Bauerntheaters Gäste wie Einheimische mit einer neuen Produktion. Auch in diesem Jahr stellten die Laienschauspieler unter der Leitung von Cornelia Probst-Kirchner und der Regie Karl Streidls einen amüsanten und abwechslungsreichen Schwank auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Im kleinen Städtle Herzogsruh ist der Teufel los, denn im Gegensatz zum Dorfnamen hat der verstorbene Herzog, in einem Reiterstandbild auf dem Marktplatz verewigt, alles andere als seine Ruh. Abgesehen davon, dass der Standpunkt des Denkmals nach wie vor umstritten ist, kommt es zu einem Attentat auf die Plastik. Mit Knödeln garniert, also hochgradig geschändet, erregt sie die Gemüter der ganzen Gemeinde. All das muss auch noch gerade in der Nacht vor des Bürgermeisters Geburtstag geschehen.

Das Stadtoberhaupt, herrlich in seiner Wehleidigkeit und Schläue von Karl Streidl in Szene gesetzt, muss so manche Woge glätten und besonders den Nachtwächter, gespielt von Rudolf Fink, und die Dorfratsch und Hobby-Miss Marpel (Helenne Henne füllt diese Rolle) in ihren übereifrigen Nachforschungen bremsen. Dass Tochter Klara, in erfrischender Vitalität von Evi Rasch verkörpert, sich auch noch mit Heiratsplänen dazwischen drängt, erleichtert die Situation des sich selbst auf Freiersfüßen befindenden Bürgermeisters nun überhaupt nicht. All das würde sicherlich aus dem Ruder laufen, wäre da nicht Zenta, die rührige Seele des Hauses. Sie hält, von Brigitte Henne mit großer Bühnenpräsenz ausgestattet, alle Fäden in der Hand und weiß jede Situation nicht nur zu ihrem Vorteil zu nutzen. Ein Stück voller Verwicklungen und Überraschungen, das jede Menge kurzweiliges Amüsement verspricht, hat die Theatergruppe hervorragend einstudiert und angesichts der noch folgenden weiteren 14 Aufführungen kann das Engagement der Truppe auf und hinter der Bühne nicht genug gelobt werden. Der Applaus und die Freude am eigenen Spiel sind da sicherlich ein gerechter Lohn. Der Besuch einer der Aufführungen lohnt sich auf jeden Fall, auch für Einheimische, von denen bei der Premiere nur wenige zu sehen waren. Aber, um Zenta zu zitieren: Ich habe nix gesagt.

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