Neuer Pächter für Oberstdorfs Kristall-Bad

Oberstdorf (jst). Sechs Jahre nach der Übernahme des damals maroden Wellenbads in Oberstdorf durch den Bäder-Fachmann Heinz Steinhart (Kristallbäder-Gruppe) steht jetzt ein Pächterwechsel bevor. Wie Bürgermeister Thomas Müller gestern bestätigte, habe die Gemeinde die bereits vor Wochen ausgesprochene Kündigung Steinharts nunmehr angenommen. Mit dem Stuttgarter Ingenieursbüro Deyle sei eine Top-Alternative gefunden worden. Deyle sei bereit, allen Mitarbeitern ein Übernahme-Angebot zu machen ausgenommen der derzeitigen Betriebsleiterin. Nach Angaben des bisherigen Betreibers der Kristall-Therme, Steinhart, sind in dem Bad 31 Festangestellte beschäftigt. Der Geschäftsführung geht es jetzt darum, dass die Arbeitsplätz gesichert werden. Dies ist der einzige Bereich, wo noch gütlich versucht wird, sich mit der Gemeinde Oberstdorf zu einigen, erklärte Steinhart in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung. Sein Nachfolger Deyle führt nach Auskunft von Bürgermeister Müller unter anderem die Königstherme in Augsburg und ein Erlebnisbad in Stralsund. Heinz Steinhart betont, seinerzeit als Pächter zugunsten von Oberstdorf den Reparaturstau kostengünstig erledigt und die Bade- und Saunalandschaft zu einem attraktiven Kur- und Freizeitbad ausgebaut zu haben.

Mit der später entstandenen öffentlich geförderten Konkurrenz in Sonthofen und Kempten sah sich die Oberstdorfer Kristall-Therme nach den Worten ihres Chefs in einer Wettbewerbs verzerrenden benachteiligten neuen Lage. Noch am 6. Mai habe er dem Gemeinderat mit größeren Investitionen verbundene Pläne zum Ausbau einer Edeltherme vorgestellt. Dabei herrschte nach Steinharts Worten eine wohlwollende Atmosphäre. Tatsächlich jedoch habe die Gemeinde verdeckt nach Alternativlösungen gesucht und offensichtlich auch solche gefunden. Pächter und Mitarbeitern sei das Interesse der Gemeinde an einem Fortbestehen zu veränderten Bedingungen vorgegaukelt worden, so Steinhart. Müller: Nahtlos weiterführen Als rechtlich unhaltbar bezeichnet Steinhart das Verlangen der Gemeinde, sämtliche eingebrachten Wirtschaftsgüter der Kommune unentgeltlich zu belassen. Hierbei gehe es um einen Wert von 1,5 Millionen Euro. Steinhart: In wirtschaftlichen Rechtsfragen sind neutrale Gerichte geeigneter als emotionale Meinungen in einem Gemeinderat. Bürgermeister Thomas Müller geht, wie er unserer Zeitung gegenüber gestern sagte, nach dem Pächterwechsel von einer nahtlosen Weiterführung des Bäder- und Saunabetriebs zum 1. Juli dieses Jahres aus.

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