Kaufbeuren / Ostallgäu
Neuer Mann am Kirchweihtal-Steuer

Der neue Chef kann nicht nur mit dem Taschenrechner umgehen, sondern auch Bus fahren. Die Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal hat mit Dirk Elies wieder langfristig einen Geschäftsführer. Der 48-Jährige soll das Unternehmen nach den Turbulenzen um den ehemaligen Geschäftsführer Theodor Schneider und seiner anschließenden Entlassung im November vergangenen Jahres wieder in ruhiges Fahrwasser bringen. Zuvor war Elies als Betriebsleiter für die Unternehmen Regionalbus Augsburg (RBA) in Lindau und Regionalbus Isny tätig.

«Ich habe hier ein schönes Unternehmen mit hoch motivierten Mitarbeitern vorgefunden», so Elies, der sich vor allem über den «freundlichen Empfang» in Kaufbeuren gefreut hat. Nach all den personellen Querelen gelte es nun, nach vorne zu schauen. Er möchte das Unternehmen nach eigenen Angaben auf eine solide wirtschaftliche Basis stellen. «Vor allem an grundlegenden Strukturen müssen wir arbeiten, das reicht vom aktualisierten Internetauftritt bis zum Fahrzeugverzeichnis», so Elies. Trotz einer «tollen Mannschaft» und eines modernen Fuhrparks sei erst dies die Grundlage für weiteres Wachstum. «Niemand vom Personal muss sich Sorgen machen», versichert der neue Geschäftsführer zudem. Wirtschaftlich bedingte Entlassungen werde es derzeit nicht geben. «Im Gegenteil: Wir haben schon neue Mitarbeiter eingestellt.»

Elies hat bereits ein bewegtes berufliches Leben hinter sich. Der gelernte Industriekaufmann und studierte Betriebswirt war unter anderem selbstständig, Rettungsdienstleiter beim Bayerischen Roten Kreuz, Nürnberger Niederlassungsleiter eines Konzerns sowie Geschäftsführer bei den Johannitern. Vor fünf Jahren zog es ihn zur RBA nach Lindau, «weil ich mir meine Aufgaben damals auch nach der Landschaft ausgesucht habe». Nun also Kaufbeuren und das Ostallgäu, wo er mit rund 260 Voll- und Teilzeitbeschäftigten sowie 170 Groß- und Kleinbussen einem deutlich größeren Unternehmen als in der Bodenseestadt vorsteht.

Elies zur Seite steht Christian Lenz als Nachfolger von Rudolf Albrecht, der in seiner Funktion als Betriebsleiter in den Ruhestand gegangen ist. Der 39-jährige Lenz kommt von dem Busunternehmen Adam Pfahler in Kempten, wie Kirchweihtal ein Tochterunternehmen der RBA.

Bereits diese Woche möchte die neue Kirchweihtal-Führung einen schon länger gehegten Plan umsetzen, der für Aufmerksamkeit sorgen dürfte. Mit dem Einsatz von sogenannten Bushängerzügen wird eine «alte» Idee wieder aufleben - sie sollen mehr Platz bieten, Fahrgastspitzen abfangen und letztlich dem Umweltschutz dienen. Vereinzelt gibt es diese Fahrzeuge - bestehend aus Zugmaschine und Anhänger - in Deutschland bereits. «In Kaufbeuren und Umgebung wären vermutlich jedoch mit 23,5 Metern die längsten im Einsatz», so Elies, der die Bushängerzüge dennoch als sehr wendig bezeichnet.

Ob sich Elies hin und wieder einmal selbst hinters Lenkrad einer der Kirchweihtal-Busse setzen wird, ließ er im Gespräch mit der AZ offen. Alle erforderlichen Führerscheine und ausreichend Fahrpraxis hat der Sohn eines Fahrlehrers jedenfalls. «Ich weiß, wie es ist, am Steuer zu sitzen.»

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