Neue Wege beim Wasser gesucht

Obergünzburg(hoa). - Äußerst umfangreich war die Beratung über die künftige Betriebsform der Wasserversorgung in Obergünzburg in der jüngsten Sitzung des Marktrates. 'Den Markt Obergünzburg und dessen Bürger zu günstigen Konditionen mit Trinkwasser versorgen zu können, ist Ziel der Gemeinde', so Bürgermeister Herbert Schmid. Dazu soll nun eine Studie erstellt werden. Die Neubesetzung der Stelle des Wasserwartes in einer vorausgegangenen nichtöffentlichen Sitzung war Ausgangspunkt für die Beratung über die Betriebsform für die Wasserversorgung. Bürgermeister Schmid bekräftigte nun, dass die Wasserversorgung so wirtschaftlich wie möglich betrieben werden sollte. Dies könne man aber auch erreichen, indem man beispielsweise bestimmte Aufgaben aus dem Wasserwerk auslagert. Als Beispiele nannte Schmid die Beseitigung von Rohrbrüchen oder den Austausch von Wasseruhren. Überlegt wurde nun im Rat, ob anstatt einer Neueinstellung des Wasserwartes die Betriebsführung an einen externen Dienstleister vergeben werden sollte. In der Diskussion nannten aber viele wichtige Gründe dafür, dass die Gemeinde die Wasserversorgung als hoheitlichen Auftrag selbst durchführt. Denn bei einer Auslagerung schaffe man Abhängigkeiten, meinte der Rathauschef. Eine Entscheidungshilfe könnte hier der Vergleich von betrieblichen Kennzahlen ergeben, ein so genanntes Benchmarking. Eine solche 2400 Euro teure Untersuchung befürwortet das bayerische Umweltministerium. Um sich ein genaues Bild von den verschiedenen Organisationsmöglichkeiten zu machen stellten Wilhelm Hiller und Diana Baumgartner von den Lechwerken (LEW) und Harald Kiesl vom Büro Rödl & Partner (Nürnberg) den Räten ihre Konzepte vor.

LEW als Wasserdienstleister? Wilhelm Hiller präsentierte das LEW als kompetenten Partner für die Betriebsführung, der die steigenden technischen und gesetzlichen Anforderungen sowie die Einhaltung von arbeitsrechtlichen Vorgaben bewerkstelligen könne. Der Stromversorger habe die Möglichkeit, seine Ingenieure auch im Trinkwasserbereich einzusetzen. Die LEW wolle aber, so Hiller, nicht Besitzer der Quellen werden, sondern als Dienstleister tätig sein. Harald Kiesl von der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner in Nürnberg legte den Gemeinderäten das Projekt der 'Effizienz- und Qualitätsuntersuchung der kommunalen Wasserversorgung in Bayern' dar. Dieses Projekt wurde ursprünglich für Bayern entwickelt, ist aber bereits heute weit verbreitet und viel diskutiert. Der Schwerpunkt lag in der Prüfung von Wasserressourcen, Personal, Finanzen, Versorgungsanlagen und -qualität. Die Kommunen müssten sich im Klaren sein, in welchen Bereichen sie Unterstützung wollen und welche sie selbst ausführen. Kiesl sieht sein Unternehmen dabei nicht in Konkurrenz zur LEW. Die Gemeinde sollte aber, ehe sie Leistungen vergebe, prüfen, was diese im Eigenbetrieb kosten, so Kiesl. Bürgermeister Schmid meinte zusammenfassend, Obergünzburg stehe erst am Anfang einer Entscheidungsfindung. Ein Gutachten der Nürnberger Beraterfirma für 2400 Euro sei hier sicher gut angelegtes Geld. Man müsse schließlich eine Entscheidung für die Zukunft treffen, so Schmid. Marktrat Roman Walch pflichtete bei und meinte, 'man muss sehen, wo Obergünzburg stehe'. Auf Walchs Nachfrage sagte Kiesl, die Untersuchung könne sofort starten, aufgrund der umfassenden Datenerhebung in der Gemeinde brauche man aber sicher bis Anfang 2005 Zeit. Max-Josef Schwarzer meinte, der günstige Wasserpreis spreche für sich und die Untersuchung könne auch nur zeigen, ob man zu teuer oder zu billig sei. Zweiter Bürgermeister Harald Drutzel sagte dazu, er möchte sich in fünf bis zehn Jahren nicht vorwerfen lassen, warum nicht untersucht wurde, ob es nicht doch billiger gehe. Der Marktgemeinderat beschloss daher bei einer Gegenstimme, dass sich die Gemeinde zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung an der Untersuchung über die Wirtschaftlichkeit bei Gemeinden in Bayern beteiligt.

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