Neue Variante der Korbsee-Trasse

Marktoberdorf-Bertoldshofen | hie | Zu einem Informationsabend mit Diskussionsrunde hatte die Interessengemeinschaft 'Umgehungsstraße Marktoberdorf/Bertoldshofen' (IG) eingeladen. Rund 180 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt. Sie wurden von Meinrad Seelos, einem der Sprecher der neugebildeten IG begrüßt: Die Interessen der Bürger sollen ausgelotet werden und, wenn gewünscht, eine gemeinsame Marschroute eingeschlagen werden, gab er bekannt. Es handle sich nicht um eine Veranstaltung gegen eine Umgehungsstraße, sondern für - wobei noch unklar sei, wie diese einmal verlaufen soll.

Verbindung zweier Autobahnen im Süden Münchens

Stadtrat Markus Zendath stellte die sogenannte 'Amtstrasse' vor, die Umgehung also, welche nach dem derzeitigen Verfahrensstand vom Staatlichen Bauamt im Detail umgesetzt wird (s. Skizze). Sowohl Zendath als auch IG-Mitglied Markus Kaufmann betrachteten die Baumaßnahme mit Blick auf zu erwartende, großräumige Verkehrsströme: Angesichts der Maßnahmen zur Feinstaubreduzierung im Raum München und angesichts von immer mehr Ortsumgehungen an der B 472, entwickle sich diese zu einer schnellen Verbindung von der A 8 zur A 7. Zu erwartende Verkehrszahlen - mit einem wachsenden Anteil an Schwerlastverkehr - für Bertoldshofen wurden mit 12 500 Fahrzeugen pro Tag genannt. Bertoldshofen werde von Straßen und Verkehr eingekesselt und jeder Entwicklungsmöglichkeit beraubt, so die Befürchtungen.

Als mögliche Lösung brachte die IG zwei Varianten der sogenannten Korbseetrasse wieder ins Spiel (siehe Grafik). 'Wir sind keine Straßenplaner, deshalb können wir über die Umsetzbarkeit dieser Vorschläge nichts sagen,' bekannten die IG-Sprecher, 'aber unserer Meinung nach muss es möglich sein, eine machbare Trasse in dem Bereich zu finden, notfalls mit entsprechenden Ausgleichsflächen für den Naturschutz.' Eine Korbseetrasse der B 472 hätte ihrer Meinung nach gleich mehrere Vorteile: Die Umgehung liefe abseits von Ortschaften und Hochwasserschutzgebieten und käme auch den Interessen der Gemeinden Biessenhofen und Bidingen entgegen.

Marktoberdorfer wollen auch B 16-Verkehr verlegen

In der Diskussion fanden die Bürger deutliche Worte: Die geplante Verlegung der B 472, nur 150 Meter von bestehender Wohnbebauung, müsse verhindert werden. Erhebliche Nachteile für die Landwirtschaft und den regionalen Quellverkehr seien zu befürchten. Ängste wurden laut, dass die Straßendämme die Hochwassersituation für den Ort verschlechtern könnten. Die IG erhielt für ihre Initiative Lob und Beifall. Auch mahnende Stimmen waren zu hören: Stadtrat Hans-Jörg Fichtel befürchtete, dass durch neue Trassenvorschläge das Verfahren wieder an seinen Anfang zurückgeworfen wird. Eduard Gapp aus Marktoberdorf wies darauf hin, dass eine Umleitung des B 16-Verkehrs aus der Stadt heraus für Marktoberdorf unabdingbar ist.

Trotz des brisanten Themas lief die Veranstaltung sehr sachlich ab. Die Argumente wurden konstruktiv ausgetauscht, der Verfahrensstand klar dargestellt. Die Solidarität im Saal bezüglich einer Abkehr von der Amtstrasse war einhellig. Am Ende wünschte sich die überwiegende Mehrheit der Bürger, dass die IG ihre Arbeit fortsetzt - am besten gemeinsam mit den Nachbargemeinden Bidingen und Biessenhofen.

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