Neue Perspektiven in Männerberufen

Kaufbeuren/Ostallgäu (az). - Zum vierten Mal haben gestern Unternehmen in der Region ihre Türen für Schülerinnen der Klassen 5 bis 10 geöffnet, um Einblicke in Arbeitsfelder zu gewähren, die Mädchen bei ihrer Berufswahl eher selten in Betracht ziehen. Unter dem Motto 'Girl's Day' schauten sich die Schülerinnen auch bei Mayr Antriebstechnik in Mauerstetten um. Das Unternehmen hatte 20 Schülerinnen technische Ausbildungsrichtungen und speziell die Berufe Industriemechanikerin und Elektronikerin für Betriebstechnik vorgestellt. 'Wir sähen es sehr gerne, wenn wir mehr Bewerberinnen für unsere technischen Ausbildungsberufe bekämen', sagte Personalleiterin Gabriele Müller bei der Begrüßung und erklärte, dass im vergangenen Jahr unter den rund 100 Bewerbern um einen Industriemechaniker-Ausbildungsplatz nur zwei Mädchen waren. Im Bereich Elektroniker für Betriebstechnik gab es schon seit Jahren keine 'weibliche Bewerbung' mehr. Die Mädchen konnten gleich ihre Geschicklichkeit und ihr technisches Verständnis testen. In der Lehrwerkstatt hatten die Azubis vom Ausbildungsleiter für gewerbliche Berufe, Wolfgang Ruhland, eine Montageaufgabe vorbereitet, die in ähnlicher Form auch bei der Zwischenprüfung der Industriemechaniker gestellt wird. Die Mädchen hatten keine Probleme, die Aufgabe - die Montage eines kleinen funktionsfähigen Schraubstocks - zu lösen. Danach nutzten die Besucherinnen ausgiebig die Möglichkeit, Azubis an den Werkzeugmaschinen mit Fragen zur Ausbildung zu konfrontieren und sich umfassend zu informieren. Instandhaltungsleiter Siegfried Wöhr, der bei Mayr die Elektroniker für Betriebstechnik ausbildet, demonstrierte 'seinen' Ausbildungszweig an Hand von drei praktischen Übungen. Ein Thema war die Fertigungsautomatisierung mit automatischen Zuführeinrichtungen. Zielsicher dirigierten die Mädchen über Tasten einen Roboter, der eine Bohrmaschine mit Werkstücken versorgt. Die zweite Gruppe übte sich mit Seitenschneider und Abisolierzange an den Grundlagen der Hausinstallation. Mit großem Interesse bewältigten die Besucherinnen die dritte Aufgabe, das Bestücken und Löten einer kleinen elektronischen Platine.

Unterschiedliche Einschätzung Personalleiterin Gabriele Müller versorgte die 'zukünftigen Azubis' zudem mit wertvollen Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung. Die Teilnehmerinnen kamen aus den Hauptschulen Germaringen, Neugablonz und Biessenhofen, den Staatlichen Realschulen Kaufbeuren und Buchloe sowie aus dem Staatlichen Gymnasium Marktoberdorf und dem Mariengymnasium Kaufbeuren. Der 'Girl's Day' wird von Schulleitern und Lehrern offensichtlich ganz unterschiedlich eingeschätzt. Mädchen, die sich zwei Tage vor der Veranstaltung noch bei Mayr Antriebstechnik anmelden wollten, jedoch aus organisatorischen Gründen nicht mehr angenommen werden konnten, haben ihre späte Anmeldung damit begründet, dass in ihrer Schule erst an diesem Tag auf die Teilnahmemöglichkeit aufmerksam gemacht worden sei. Seit Februar sind die Schulen informiert. Es sei sinnvoller, an diesem Tag in die Schule zu gehen, soll ein Lehrer einer anderen Schule laut einer Teilnehmerin gesagt haben. In der Region beteiligten sich am 'Girl's Day' unter anderem auch die Technische Schule der Luftwaffe in Kaufbeuren, wo sich 50 Schülerinnen über Berufsmöglichkeiten bei der Bundeswehr informierten, sowie Hirschvogel Umformtechnik in Denklingen. Dort waren es 31 Schülerinnen, die nach Betriebsführung und Probearbeit im Ausbildungszentrum ein beleuchtetes Hirschvogel-Logo herstellten. Einblick in die computergesteuerte Technik namen elf Mädchen auch bei Schuster Präzision in Denklingen.

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