Hintergrund
Neue Ideen für Sanierung der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

Top-Thema der Politiker im Ostallgäu ist und bleibt derzeit die Sanierung des Kommunalunternehmens Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren. Die fünf Krankenhäuser fahren seit Jahren Millionendefizite ein und belasten somit die Haushalte ihrer Eigentümer - der Stadt Kaufbeuren und des Landkreises Ostallgäu - über Gebühr.

Deshalb wurde zu guter Letzt die renommierte Unternehmensberatung Kienbaum mit Sanierungsvorschlägen beauftragt. Doch deren Modelle fanden bisher keine erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit im alles entscheidenden Verwaltungsrat (siehe Infokasten). Nun kursiert eine neue Idee. Demnach könnten sich die Kaufbeurer vorstellen, dass der Landkreis das Krankenhaus Marktoberdorf übernimmt.

Das Ostallgäu soll demnach die Marktoberdorfer Klinik in seinem Eigenbetrieb fortführen, in dem auch die drei Seniorenheime in Obergünzburg, Buchloe und Waal beheimatet sind. Das Kommunalunternehmen Kliniken könnte das Gebäude an das Ostallgäu verpachten. In Marktoberdorf untergebracht werden sollten nach Kaufbeurer Vorstellungen das Wundzentrum, die Geriatrie und eine bisher im Verbund noch nicht vorhandene Anschluss-Heilbehandlung. Kienbaum sei beauftragt, dieses Modell durchzurechnen.

<< Eigenständigkeit nicht sinnvoll >>

Fleschhut hält aber bereits jetzt nichts von einer << Herauslösung und Eigenständigkeit des Krankenhauses Marktoberdorf mit nur begrenzt möglichen Leistungen >>. Dies sei << nicht sinnvoll >> und lasse die Klinik als << nicht lebensfähig erscheinen >>, schreibt er an den Förderverein des Krankenhauses Marktoberdorf.

Eigentlich sollte schon am 26. Mai entschieden werden, wie es mit den fünf Krankenhäusern in Füssen, Obergünzburg, Marktoberdorf, Kaufbeuren und Buchloe weiter geht. Doch die Verwaltungsräte nahmen keines der zur Abstimmung aufgerufenen Konzepte an, deren Grundlage der Erhalt aller fünf Hospitäler gewesen wäre. Bevor Vorsitzender Stefan Bosse über eine Schließung des Krankenhauses Marktoberdorf abstimmen hätte lassen können, haben die Ostallgäuer Räte die Sitzung verlassen. Zu groß erschien anscheinend seinem Stellvertreter Johann Fleschhut die Gefahr, dass sich dafür eine Zwei-Drittel-Mehrheit gefunden hätte.

Das Tischtuch zwischen Stadt und Landkreis schien danach zerrissen. Inzwischen wurde es notdürftig wieder zusammengeheftet. Bosse und Fleschhut erklärten einmütig, die ursprünglich geplante Vertagung auf 8. Juni für nichtig und terminierten stattdessen den 27. Juli. Bis dahin soll Kienbaum noch verschiedene weitere Modelle durchrechnen.

Im Endeffekt wird es am 27. Juli um die alles entscheidende Frage gehen, ob es künftig weiterhin fünf oder nur noch vier Krankenhäuser im Kommunalunternehmen gibt. Fleschhut kämpft für den Erhalt aller Häuser: << Meine Strategie ist weiterhin eindeutig, eine Konstellation zu finden, wie unser Krankenhausunternehmen mit Marktoberdorf in die Zukunft geht und trotzdem insgesamt eine erkennbare Wirtschaftlichkeit beziehungsweise nur überschaubare Defizite in Kauf genommen werden >>, sagt er.

Zudem sträubt er sich gegen eine von Kienbaum vorgeschlagene Verlegung des Wundzentrums von Marktoberdorf nach Buchloe.

Bosse und die Kaufbeurer Verwaltungsräte hingegen könnten auch mit nur noch vier Krankenhäusern leben. Schließlich errechnete Kienbaum, dass das Aufgeben des Marktoberdorfer Hauses am effizientesten sei. Das KU könnte danach sogar wieder eine schwarze Null schreiben.

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