Neue Gebühr ärgert Grabbesitzer

Kemptenl sf/bec l Eine neue Abgabe sorgt für Ärger unter den Nutzern des katholischen Friedhofs. Seit vergangenem Jahr wird eine Gebühr für die Friedhofserhaltung verlangt. 'Alles wird teurer, muss das jetzt auch noch sein', schimpft eine Grabbesitzerin. Dagegen heißt es von der Friedhofsverwaltung: 'Auch mit der neuen Gebühr werden unsere Kosten nicht gedeckt.'

Die neue Abgabe wird seit 2007 auf dem katholischen Friedhof zusätzlich zu der Grabgebühr erhoben. 'Ich habe nur eine kleine Rente, reichen denn die Grabgebühren nicht für die Pflege der Bäume und Wege?', fragt sich eine 75-Jährige. Mit ihrer Kritik, so weiß sie von anderen Friedhofsgängern, stehe sie nicht allein. 15 Euro im Jahr wären bei ihr fällig. Aus Protest will sie die neue Gebühr erst mal nicht zahlen.

Laut Claudia Keisinger von der Friedhofsverwaltung werden folgende Jahresgebühren für die Friedhofserhaltung verlangt:

l Einzelgrab: 12 Euro

l Doppelgrab: 15 Euro

l Dreier-Grab: 18 Euro

l Größere Gräber: 21 Euro

Grund für die Einführung sei, dass die Stadt den Zuschuss für die Personalkosten eingestellt hat. Deshalb habe die Gottesackerkapellen-Stiftung als Träger des Friedhofs die Gebühr beschlossen. Diese Abgabe werde auch anderswo verlangt - beispielsweise auf dem Friedhof in Waltenhofen oder in Augsburg.

Den Wegfall des städtischen Zuschusses bestätigt Kämmerer Kai Welzig. Wurden bis 2006 noch 52 000 Euro gezahlt, waren es vergangenes Jahr nur mehr die Hälfte und seit heuer gibt es gar nichts mehr. Grund für die Entscheidung der Stadträte sei gewesen, dass die Gebühren des katholischen Friedhofs weit unter denen des städtischen lagen. Deshalb wurde die Streichung beschlossen und bei der Stiftung angeregt, die Gebühren anzuheben.

Ein Euro im Monat mehr

Stiftungsrat und Kirchenverwaltung hätten eben zuvor viele Jahre lang die Grabgebühren nicht erhöht, 'weil sie der Ansicht waren, die Beerdigung ist schon teuer genug', erläutert Keisinger. So stieg das Defizit, das von Stiftung und Stadt getragen wurde, immer mehr an. Jetzt sei das Loch in der Kasse aber zu groß geworden, daher die neue Gebühr. Und die sei mit einem Euro pro Monat (für ein Einzelgrab) doch vergleichsweise moderat.

Dafür hätten die allermeisten der Nutzer auch Verständnis, weiß Keisínger aus Gesprächen. Schließlich, so betont sie, seien die Abgaben für die 5000 Gräber auf dem katholischen Friedhof unterm Strich immer noch günstiger als auf dem städtischen. Wobei der Aufwand beim Anlegen eines Grabes sogar höher sei, weil die Begräbnisstätten dichter beieinander liegen.

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