Waal
«Net gmeckert wär zviel globt»

Zum zweiten Mal hatte Sascha Wein zu seinem «Verarschermittwoch» in die Waalnuß eingeladen, bei dem er unter der Rubrik «gmeckert is glei, aber net gmeckert wär zviel globt» das politische Leben in der Marktgemeinde aufarbeitete. Die Bürgermeister und auch die meisten Gemeinderäte harrten der Dinge, wie ihre politische Arbeit auf die Schippe genommen wurde.

Eingangs berichtete Wein mit launigen Worten von einem «rätselhaften Paar», das zusammen die Wirtschaft betreten hatte. Da sie zusammen kamen und auch das Gleiche tranken, glaubte die junge Bedienung, dass sie auch zusammengehören und schrieb alles auf einen Bierdeckel. Erst beim Bezahlen stellte sich heraus, dass die Verbindung rein politisch war.

Wirtschaftskrise in Waal

Dass die Wirtschaftskrise auch Waal voll erwischt hat, zeigte sich in Weins Worten darin, dass für einen Antrag zur Förderung eines Jugend-Hobbyturniers in Höhe von 120 Euro 45 Minuten lang diskutiert wurde. Wenn es ums Prinzip gehe, sei die Höhe selber nicht mehr so wichtig. Etwa ebenso lange habe man in der gleichen Sitzung über die neue Heizung für die Schule in Höhe von rund 300000 Euro diskutiert.

Verwundert habe ihn auch, dass bei der Aktion «Zeit für Helden» das Geld des Jugendfonds dafür verwendet wurde, Materialien für die Kneippanlage zu bezahlen. «Gefördert wurde hier nicht die Jugend, sondern die Gemeinde an sich», monierte Wein.

Sodann spendete Wein eine Runde Waaler Leitungswasser. Zum Thema «Dann nehmen wirs eben von den Lebenden» ging er auf die gehobenen Wasserpreise der Stadt Landsberg ein. «Da es Anschlussprobleme gibt, müssen wir weiter das Waaler Wasser trinken», meinte er, «bezahlen aber das gute Landsberger-Schikeria-Wasser.»

Wortspielereien stellte der Referent zu dem Kürzel EZA an, dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu, im Zusammenhang mit den veranschlagten 300000 Euro Heizungskosten für die Schule. Aus seiner Sicht sei dies das Viagra des Konjunkturpakets II mit dem Ziel, die Wirtschaft zu tunen. EZA könne auch für «Einspar-Zerstörungs-Agentur» oder «Einrichtung zum Ausbluten» oder auch «Ermutigt zum Ausgeben» stehen. Dann erscheine die veranschlagte Summe aus einer anderen Sicht.

Gemeinderäte beobachtet

Unter dem Motto «Du bist mein bestes Pferd im Stall - Du machst den meisten Mist» hatte er die Gemeinderäte scharf beobachtet und zu durchschauen versucht. Manchmal konnte er in den Sitzungen vielsagende Blicke entdecken oder leichtes Kopfschütteln beobachten.

Bisweilen könne man eine personifizierte Jamaika-Koalition im Dorf feststellen. Auch nach künftigen Bürgermeisterkandidaten hatte er sich umgesehen, berichtete Wein. Er hoffte zum Schluss, dass man ihm ob seiner kritischen Anmerkungen nicht gleich die Schuhe ausziehen werde und bedankte sich bei den zahlreichen Besuchern und bei Karl Kreitmair, der mit volkstümlichen Liedern und Gstanzln den Abend auf seiner Ziehharmonika begleitet hatte. (fb)

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