Fischen
Narren müssen strenge Regeln einhalten

«Vorschriften gibt es schon lang, und zwar sogar recht strenge», weiß Bruno Sauter über die Sicherheitsvorkehrungen bei Fasnachtsumzügen. Sauter wacht beim Skiclub Fischen als Organisationsleiter darüber, dass am Gumpigen Donnerstag beim Gaudiwurm durch den Ort nichts passiert. Jährlich finden sich hier bis zu 20000 Zuschauer ein. Im Vorjahr hat der Gesetzgeber die Regeln weiter verschärft und der SC Fischen hat sie für die Teilnehmer zusammengefasst. Im Internet unter www.sc-fischen.de sowie bei der Tourismusgemeinschaft Hörnerdörfer in der Fiskina sind sie erhältlich. Verbürgt durch Unterschrift müssen sich daran alle halten.

Zu hohe Aufbauten, instabile Konstruktionen oder nicht verkehrssichere Zugmaschinen - all das ist schon seit Langem nicht erlaubt. Die Polizei hatte jahrelang im Vorfeld kontrolliert und auch den einen oder anderen Wagen herausgezogen. Seit jedoch immer häufiger Unfälle passierten, hat der Gesetzgeber die Faschingsnarren schärfer an die Kandare genommen.

So müssen etwa Wagen und Anhänger mit Faschingsaufbau bestimmte Maße, Achslast und Gesamtgewicht einhalten, ansonsten heißt es: ab zum TÜV. Der prüft dann, ob die Konstruktion betriebssicher ist. «Es hat schon Fälle gegeben, wo bei der Bremsprobe der gesamte Aufbau vom Wagen gerutscht ist», schildert Sauter. Aus Erfahrung weiß er, dass im Fischinger Zug oft nur zwei oder drei Wagen dabei sind, die die Vorgaben überschreiten. Die anderen Wagenbauer würden sich von vornherein an Höhen- und Längenvorgaben halten.

«Aber auch die sind sicherheitstechnisch gefordert», fügt Sauter hinzu. So müsse eine zuverlässige, fachkundige Person - etwa ein KFZ-Meister - die Sicherheit von Konstruktion, Geländern, rutschfestem Boden und Unterfahrschutz schriftlich bestätigen. Zudem muss jede teilnehmende Gruppe einen Erwachsenen benennen, der sich um die Einhaltung der Richtlinien kümmert und auch für die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes sorgt - vor allem im Umgang mit Alkohol.

Vom Wagen winken dürfen die Maschkerer nur während des Umzugs - bei An- und Abfahrt hat dagegen kein Narr auf der Ladefläche etwas verloren. Für den Fahrer gilt absolutes Promilleverbot. Und dass während des Zuges keine Waffen, offenes Feuer, Böller, Kettensägen oder Motorsensen erlaubt sind, versteht sich in Fischen von selbst.

Für die meisten Wagenbauer sind die Sicherheitsvorschriften des TÜV kein Problem - so auch für die Langenwanger Feuerwehr, seit vielen Jahren emsige Wagenbauer. Kommandant Hans Burger hat unter seinen Helfern viele Fachleute - vom Zimmerer bis zum Maurer. «Da hat der Aufbau Hand und Fuß», sagt er. Zu hoch, zu breit oder zu lang gerate ihr Wagen ohnehin nicht, weil - verborgen vor neugierigen Blicken - im Feuerwehrhaus gebaut werde. Dass der Unterfahrschutz nach den neuen Regeln stabil sein muss und nicht mehr nur ein windiges Bettlaken zwischen die Achsen gehängt werden darf, begrüßt er: «Das war im Gedrängel um die Guatzle echt gefährlich.»

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