Pforzen
Narren beklagen Vandalismus

Mehrfach waren die lichtdurchlässigen Teile der Außenverkleidung des alten Pforzener Bauhofgebäudes (Alte Säge), das die Fastnachtszunft «Burgenstadl» (FZB) als Lager nutzt, mutwillig durch Stein- und Flaschenwürfe von Unbekannten beschädigt worden. Nun beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, die Teile gegen ein besonders bruchfestes Material auszutauschen. Gleichzeitig ließ Bürgermeister Hermann Heiß anklingen: Wenn die Plexiglasteile wieder zerstört würden, müssten drastischere Schritte folgen.

Mehrere Angebote

Ratsmitglied und FZB-Präsident Andreas Schafnitzel eröffnete dem Gremium vier Kostenangebote über die Netto-Materialkosten zur Reparatur der Lichtelemente. Die Qualitätsangebote reichten von «glasklar, schlagzäh» (480 Euro) bis hin zu «hagelfesten» Stegplatten (1300 Euro). Möglich sei auch, Gitter vor den Lichtelementen anzubringen, was aber die Kosten erhöhe. Hinzu kämen noch Gerüst und Arbeitslohn. Schafnitzel meinte, er halte es für wichtig, dass der Innenraum mit Tageslicht erhellt wird. Bezüglich der Arbeitsleistungen der FZB war er eher zurückhaltend. «Wir sind Mieter, wir haben schon zweimal Elemente eingebaut.

» Die Motivation, wieder Hand anzulegen, sei nicht «unbedingt groß». Die Ansichten der Ratsmitglieder waren sehr unterschiedlich, wie sich in der Diskussion zeigte. Peter Ried meinte, man solle alle Lichtöffnungen mindestens mit der Qualität «schlagfest» dichtmachen. Zweiter Bürgermeister Josef Freuding vertrat die Ansicht, man solle eine kostengünstige Lösung wählen und dafür das Gelände absperren.

Bürgermeister Heiß brachte eine Videokamera ins Gespräch, räumte aber ein: «Es ist hart, wenn man so etwas machen muss.» Günther Kreit entgegnete, hier gelte es, die Rechtsgrundlagen zu beachten. Er empfahl der FZB, einen Geldbetrag für die Arbeitsleistung anzubieten. Schafnitzel wollte von einem «Hochsicherheitstrakt» nichts wissen. Thomas de Paly erklärte, die Bürgerschaft sei aufgerufen hinzusehen.

Es könne doch nicht sein, «dass die Nachbarschaft nichts mitkriegt». Dem Vorschlag des Rathauschefs folgend stimmten die Räte einstimmig für die «ganz bruchsichere Qualität» zum Preis von 1300 Euro netto. Die FZB soll für ihre Eigenleistung finanziell entschädigt werden.

Zur Debatte stand ferner eine neue «Verordnung über die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen und die Sicherheit der Gehbahnen im Winter». Heiß trug die etwa ein Dutzend Paragrafen umfassende bayerische Mustersatzung vor, die von den Räten auf Pforzener Verhältnisse angepasst werden soll. Der Beschluss wurde aber noch vertagt, weil einige Paragrafen auf die Schnelle nicht auf ihre Rechtsgrundlagen geprüft werden konnten.

So meinte beispielsweise Roman Wörle mit Blick auf die Tatsache, dass in modernen Wohngebieten Gehwege häufig nur einseitig gebaut würden, seien die Zuständigkeiten von Anliegern und «Gegenüberliegern» zu klären. Kreit gab zu bedenken, es sei keinem Bürger zuzumuten, angesichts des Straßenverkehrs einen Streifen von einem Meter Breite am Fahrbahnrand zu reinigen. Heiß erklärte abschließend, Rechtsprechung und Rechtsgrundlagen seien noch zu prüfen.

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