Missen-Wilhams
Nahe bei Gott und den Menschen

Fahnenabordnungen aller örtlichen Vereine umstanden den Altarraum mit dem schlichten rosengeschmückten Sarg, in der Pfarrkirche St. Martin drängten sich die Trauergäste, die gemeinsam mit den Pfarrern der umliegenden Gemeinden Abschied von Pfarrer Rudolf Kieser nahmen.

Der Geistliche Rat, fast 50 Jahre Seelsorger in Missen, war im Alter von 81 Jahren einen Tag vor Heiligabend gestorben. In dem zweistündigen Requiem, musikalisch gestaltet vom Liturgischen Chor Missen, erinnerten sich Wegbegleiter aus der Pfarrei, der Gemeinde und aus den Vereinen voller Dankbarkeit an einen ebenso engagierten wie beliebten Pfarrer, der Gott und seinen Mitmenschen sehr nahe stand.

Pfarrer Kieser habe ein Leben «nahe den Menschen und nahe bei Gott geführt», betonte sein Nachfolger, Dekan Pfarrer Toni Zech, in seiner Predigt. Gottes Botschaft den Menschen überzeugend zu vermitteln, sei ihm ein Herzensanliegen gewesen. Rudolf Kieser, der «wahrhaft ein Seelsorger» gewesen sei, habe auch den Kindern und Familien ein besonderes Augenmerk geschenkt.

Toni Zech, Leiter der Pfarreiengemeinschaft Stein, erinnerte an die zahlreichen Familiengottesdienste und -wochenenden, an die Ski- und Klettertouren, die er mit der Jugend unternommen habe. Auch als Religionslehrer und Schuldekan sei Rudolf Kieser «überall beliebt und angesehen» gewesen.

«Reitender Pfarrer»

In seiner Freizeit, so Zech, habe sich der Verstorbene einen Namen als «reitender Pfarrer» gemacht: In Missen verkörperte er den Heiligen Martin, in Immenstadt den Heiligen Nikolaus. Bürgermeister Hans-Ulrich von Laer würdigte den Ehrenbürger Rudolf Kieser als eine «Persönlichkeit, die sichtbare Spuren in der Dorfgemeinschaft und in unseren Herzen hinterlassen» habe.

Zwei Generationen von Gemeindemitgliedern, so der Bürgermeister, hätten den Geistlichen als einen engagierten Seelsorger, unermüdlichen Pfarrer und geistlichen Beistand erlebt. Monsignore Pfarrer Peter Guggenberger aus Oberstdorf bezeichnete Kieser als eine Autorität wegen seiner «Geradlinigkeit und Zielstrebigkeit», Vertreter von Vereinen und Verbänden lobten vor allem seine Bürgernähe und sein soziales Engagement.

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