Nachgefragt

bei Dr. Harald Wirsching vom Veterinäramt Lindau 'Wir wollen sensibilisieren' Westallgäu (irv.) Mit einer Eilverordnung hat der Bund zum Schutz vor der in Asien grassierenden Vogelgrippe reagiert. Seit vergangenem Sonntag sind demnach Geflügelhalter verpflichtet, ihren Bestand dem Veterinäramt zu melden. Sterben innerhalb von 24 Stunden mehrere Tiere, muss dies ebenfalls angezeigt werden. Zudem müssen Geflügelhalter Zu- und Abgänge mit Namen und Anschrift des Transportunternehmers, des Vorbesitzers und des Käufers schriftlich festhalten. Wir sprachen mit Dr. Harald Wirsching vom Veterinäramt über die neue Verordnung. Wer ist verpflichtet, die Anzahl seiner Tiere zu melden?Dr. Harald Wirsching: Neben Hühner- und Truthühnerbesitzern müssen alle, die Enten, Gänse, Fasane, Rebhühner, Wachteln oder Tauben halten, diese anzeigen. Dabei spielt die Anzahl der Tiere keine Rolle.

Demnach sind auch Hobbyhalter betroffen. In der Verordnung heißt es, dass die Tierhalter auch zur Meldung verpflichtet sind, wenn 'innerhalb von 24 Stunden erhöhte Verluste auftreten'. Was heißt das genau?Wirsching: Bei Beständen bis zu 100 Stück Geflügel muss der Verlust schon ab drei verendeten Tieren gemeldet werden. Neben dem Verenden der Vögel spielt es übrigens auch eine Rolle, wenn viel weniger oder keine Eier mehr gelegt werden. Auf was sollten Geflügelbesitzer hinsichtlich der Vogelgrippe achten?Wirsching: Beim akuten Krankheitsverlauf der Vogelgrippe oder Geflügelpest zeigen sich häufig Symptome wie Blutungen, Blaufärben der Kämme oder Atemwegserkrankungen. Es gibt zurzeit aber keine Anzeichen, dass die Seuche bei uns eingeschleppt wurde. Wir wollen die Leute lediglich sensibilisieren. Warum sind diese Maßnahmen notwendig, obwohl die Vogelgrippe derzeit nur in Asien auftritt?Wirsching: Es besteht theoretisch die Möglichkeit, durch Mitnahme von infiziertem Geflügelfleisch aus den betroffenen asiatischen Ländern, die Seuche einzuschleppen. Die Schweinepest ist auch durch infiziertes Futter der Schweine eingeschleppt worden. Müssen Taubenbesitzer weitere Besonderheiten beachten, beispielsweise ein Flugverbot ihrer Tiere?Wirsching: Nein, Einschränkungen für Taubenzüchter, wie es sie in der Vergangenheit schon gegeben hat, gibt es keine. Wieviele Hühner gibt es etwa im Landkreis?Wirsching: Hühner haben wir etwa 35000, restliches Geflügel wie Enten, Gänse und Tauben etwa 700 Stück. Erfasst sind allerdings nur die gemeldeten Tiere.

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