Neugablonz
Mutige telefonieren mit dem Christkind

Wenn das Christkind hoch droben in seinem Fenster im Gablonzer Haus erschien, wurde es unten im dichten Gedränge des Weihnachtsmarkts mucksmäuschenstill. Dann herrschte auch in den Hütten der vierzehn Aussteller andächtiges Lauschen. Ansonsten bestach der adventliche Markt in Neugablonz eher durch geschäftiges Treiben zwischen den heimelig dekorierten Hütten, den einladenden Feuerstellen und der illuminierten Bühne. «Die haben wir heuer zum ersten Mal mit einer Videoleinwand ausgestattet, auf der wir eine Diashow mit Winterbildern aus der alten Heimat zeigen», so Georg Kollmeder von den Organisatoren der Intitiative Neugablonz. Ganz besonders stolz ist er auf die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die den Aufbau die gesamte Woche über realisiert haben. «Ohne diese Hilfe könnten wir unseren Markt gar nicht anbieten.» Denn der Weihnachtsmarkt ist kein kommerzieller, sondern dient den beteiligten Vereinen.

Die vielen Musikvorführungen kommen gut an

Bei den vielen Besucher erntete der Markt mit seinem umfangreichen Rahmenprogramm durchweg positive Kritik. «Hier gefällt es mir ganz doll», freute sich etwa der Neugablonzer Grundschüler Johannes Vorbach. Dem begeisterten Akkordeon- und Flötenspieler hatten es besonders die vielen Musikvorführungen angetan. «Die spielen super», lautete sein Fazit als Nachwuchsmusiker.

Nicht nur um das Flair des charmanten Marktes zu genießen, sondern auch um die kleinen Akteure auf der Bühne zu unterstützen, hat Familie Langmayr das Angebot für einen Familienausflug genutzt.

Papa Eric, Mama Heather und ihre drei Kinder Victoria (3), Alexander (2) und Markus (6 Monate) fieberten dem Auftritt der Kindergarten-Sänger aus dem Jeschkenweg entgegen. Eine Ehrensache, denn «den besucht auch unsere Tochter», erklärt Eric Langmayr.

Die ganz mutigen Kinder trauten sich ans Telefon und hielten ein Pläuschchen mit dem Christkind, dessen Rolle heuer Kindergartenleiterin Birgit Spohr (Guter Hirte) übernommen hatte. «Eine tolle, aber anspruchsvolle Aufgabe», schwärmte sie. So manchem Zweifler konnte sie mit unerwartetem Hintergrundwissen den Glauben ans Christkind wieder schenken. Spohrs Geschenk-Tipp an unentschlossene Eltern: «Spiderman-Figuren und Ponys führen die Wunschliste an.»

Einige Einzelhändler machen ihrem Ärger Luft

So gelungen der Weihnachtsmarkt war, so schlechte Kritiken ernteten die «langen Samstage» bei den Neugablonzer Geschäftsleuten. Mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäfts waren zwar die meisten sehr zufrieden. Mit vergleichbar guten Umsätzen wie im Vorjahr rechnen unter anderem Evelyn Klement (Evelyns Modewelt) und Reimund Kleinert (Kleinert Uhren und Schmuck). Insgesamt zufrieden ist auch Anita Dochow (Süßwaren Fiedler), «aber die langen Samstage waren schlecht». «Da war Neugablonz wie leergefegt», macht Karin Sax (El Mate) ihrem Ärger Luft. «Ab Mittag herrschte tote Hose», bestätigt auch Wolfgang Engels (Zigaretten- und Zeitschriftenhandel).

Er kritisiert vor allem das Fehlen von weihnachtlichen Rahmenprogramm rund um den Neuen Markt. «Im nächsten Jahr bin ich definitiv nicht mehr dabei, wenn das so bleibt.» Mangelnde Einheitlichkeit bei den Öffnungszeiten kritisierte Anita Dochow: «Wenn erst die meisten sagen, dass sie mitmachen und es dann doch nicht tun, ist das ungut.»

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019