Mut haben, sich mit dem Tod zu befassen

Buchloe (ml). - Die Ausstellung 'Abschiedsspuren' bildete am vergangenen Freitag im Haus der Begegnung den Auftakt der bis zum 1. Mai andauernden 'Woche für das Leben' - eine Veranstaltungsreihe, die die Beschäftigung mit dem Ende des Lebens in den Mittelpunkt stellt. Nach der Eröffnung der Ausstellung behandelte Professor Dr. Ludwig Schmid in einem Vortrag Möglichkeiten, einen Menschen mit Würde an die Schwelle des Todes zu begleiten. Es gehe um ein 'schwieriges Thema, das in die Öffentlichkeit getragen werden muss', betonte Ordinariatsrätin Maria-Anna Immerz vom Bistum Ausgsburg bei der Ausstellungseröffnung. Sie freue sich, dass die 'Woche für das Leben', die zum elften Mal von der Katholischen und Evangelischen Kirche zusammen veranstaltet werde, durch die Mitwirkung der Hospizvereine in diesem Jahr eine breitere Aufmerksamkeit erfahre. Es sei wichtig, 'dass wir als Gläubige uns dieses Themas annehmen', so Immerz. Die stellvertretende Landrätin Angelika Schorer hob in ihrem Grußwort hervor, wie bedeutend es sei, dass Menschen bereit seien, das ehrenamtliche Engagement bei der Begleitung Sterbender zu übernehmen. Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger trug persönliche Erfahrungen bei, die er bei einem Rettungseinsatz mit einem Unfallopfer gemacht habe, der noch am Unfallort verstorben sei. Diakon Albert Greiter, Vorstandsmitglied des Hospizvereins Kaufbeuren-Ostallgäu gab eine kurze Einführung in die Arbeit des Vereins und die Ausstellung 'Abschiedsspuren'. 'Alle Künstler, deren Werke hier ausgestellt werden, sind mittlerweile gestorben', erklärte er. Sie verarbeiteten in ihren Zeichnungen und Gemälden Dinge, die ihnen am Ende ihres Lebens unmittelbar etwas bedeuteten sowie ihre Ängste und Wünsche. Zusätzlich thematisierten Fotografien den Themenkreis Natur, Leben und Tod. Greiter ermutigte dazu, sich mit dem Tod zu befassen - auch wenn man mitten im Leben stehe. Die zahlreichen Besucher, die ins Haus der Begegnung gekommen waren, befolgten diesen Rat und beschäftigten sich eingehend mit den unterschiedlichsten Manifestationen, die die Gedanken der Sterbenden auf dem Papier darstellten. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung sprach Tumorspezialist Professor Dr. Ludwig Schmid über das Thema 'Neue Werteskala - neue Lebensfreude' sowie über diverse Möglichkeiten, einem Menschen am Ende des Lebens die Würde zu bewahren.

Der Wunsch nach Leben Schmid, der im Tumorzentrum München und an der Humanen Schloßbergklinik Oberstaufen tätig war, stellte den Wunsch der Patienten, leben zu wollen, über alle anderen Belange. So sei es die unbedingte Pflicht des Arztes (und auch der Angehörigen) diesen Wunsch zu respektieren und zu unterstützen. Es gebe keine Situation, in der man einem Kranken nicht etwas Gutes tun, etwas Tröstendes sagen könne. Selbst bei niedrigsten Heilungschancen setzten Patienten immer noch auf Möglichkeiten der Therapie. In diesem Zusammenhang sprach der Professor sich auch vehement gegen Praktiken wie aktive Sterbehilfe aus. Durch eine Krankheit erlebe ein Patient oft sein restliches Leben viel intensiver und nutze die verbleibende Zeit. Dies gelte es zu unterstützen.

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