Oberstdorf
Musikschulleiter: Wir profitieren alle vom Umzug

Noch staubt es gewaltig in den Räumen, in denen demnächst der Geigenbogen sanft gestrichen und die Tuba herzhaft geblasen wird. Schon Ende Februar soll die Kommunale Musikschule Oberstdorf ihr neues Zuhause im Westflügel der Hauptschule beziehen. Damit dem geplanten Umzugstermin nichts im Wege steht, packen Lehrkräfte, Freunde und Gönner derzeit kräftig mit an. 200 freiwillig geleistete Arbeitsstunden sind auf diese Weise bereits «gutgeschrieben».

«In einer Zeit, in der an allen Ecken und Enden an der Kultur gespart wird, geht Oberstdorf einen anderen Weg», freut sich Musikschulleiter Reiner Metzger. Nicht nur dass für die rund 600 Musikschüler am Ort in der Hauptschule eine geeignete Unterkunft gefunden ist, macht ihn zufrieden. Auch die breite Solidarität der Oberstdorfer Bevölkerung und die Bereitschaft vieler Handwerksbetriebe, kostenlos zu arbeiten oder Material zu günstigen Konditionen zur Verfügung zu stellen: Das alles zeige die enge Verbundenheit der Einwohner mit «ihrer» Musikschule.

Diese wurde 1975 als eine der ersten kommunalen Musikschulen im Landkreis gegründet und sei inzwischen die einzige, so Metzger. Seit der Gründung residierte die Einrichtung in einem uralten, kleinen Holzhaus neben der Grundschule. Am Anfang sei das auch recht gewesen, in den letzten Jahren aber wuchsen die Mängel am Gebäude unübersehbar und irreparabel, so Metzger. Zudem stieg die Schülerzahl beträchtlich an und die kleine Schule platzte aus allen Nähten.

Abhilfe war dringend nötig. Sinkende Schülerzahlen an der Hauptschule kamen der Musikschule somit entgegen, denn das Gebäude an der Alpgaustraße - ursprünglich für rund 700 Schüler ausgerichtet - beherbergt aktuell nur knapp 300. «Wir profitieren alle vom Umzug», betont Metzger. «Das Schulzentrum füllt sich mit Leben, auch an Nachmittagen.

Das kommt dem Trend zur Ganztagsschule sehr entgegen.» Außerdem könnten Berührungsängste abgebaut werden zwischen Gymnasiasten und Hauptschülern mit einer Musikschule im Zentrum, in der sie beim gemeinsamen Unterricht aufeinandertreffen.

Akustik soll in neuen Räumen vom Feinsten sein

Die Wände der einstigen Klassenzimmer im Westflügel sind inzwischen durchbrochen. Jetzt wird den Bedürfnissen der Musikschule entsprechend umgebaut. Schallisolierung und Akustik sollen in den neuen Räumen vom Feinsten sein. Dafür hätten sich die Oberstdorfer weit über das Maß hinaus eingesetzt. Mit den Mitteln, die die Kommune zur Verfügung stellen könne, wäre eine zweckmäßige, aber nüchterne Variante möglich gewesen, so Metzger. Dank der breiten Unterstützung durch Handwerker und Bevölkerung werde daraus nun aber eine «erstklassige, schöne, neue Schule».

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