Immenstadt
Musikgenuss mit vollem Mund

«Käs» und «Jazz» reimen sich nicht wirklich, aber guten Swing in gemütlicher Atmosphäre und dazu die ein oder andere Allgäuer Spezialität, das geht schon ganz gut zusammen. Das «Jam Quintet» gastierte im Gasthof Engel in gewohnter Besetzung: Oliver Radke am Kontrabass, Tim Hecking, Schlagzeug, Uli Treutwein an den Tasten des E-Pianos, Markus Dinnebier, Geige und «Frontman» Sebastian Riescher mit seinem Saxophon. Auch das Repertoire des Ensembles barg nichts Überraschendes. Jazzstandards und -Klassiker erfreuten Fans und Liebhaber gleichermaßen, zumal das «Jam Quintet» mehr und mehr zu einem eigenen Stil zu finden scheint. So ertönen alle Stücke in anregenden Tempi, die den Musikern schon so manches abverlangen. Insgesamt wirkt das Quintett so viel spritziger, frisch und eigenständig. Selbst viel zu oft gespielte Klassiker wie «Summertime» verwandeln sich so zu einem neuen interessanten Hörerlebnis. Darüber hinaus zeigten sich alle fünf Musiker improvisationsfreudig und auch hier wirkte die Truppe viel freier und spontaner als zuletzt erlebt.

Ein besonderes «Gutsle» stellte Gastsängerin Natalie Eberhard dar. Durch freundschaftliche Kontakte ergab sich für die Augsburgerin die Möglichkeit mit dem «Jam Quintet» zu musizieren. Ihre Stimme fügt sich sehr gut zum Klangkörper der Instrumentalisten. Angenehm samtig mit einem durchaus frechen Vibrato in angehaltenen Tönen, das einem lustvollem Erschauern gleicht, sang sie sich in die Herzen des Publikums.

Auch der Gasthof hatte Überraschungen parat, zum Allgäuer Käseallerlei gab es Bamberger Hörnle, eine bissfeste, nussig schmeckende Kartoffel aus dem Frankenland. Das kulinarische Rahmenprogramm war vor allem zur Unterstützung der lokalen Rohmilchkultur gedacht, so pries Initiator Claudius Janner, seines Zeichens geprüfter Käseverkoster, das begleitende Verzehrprogramm an.

Den Besuchern schmeckte es, schade nur, dass aufgrund des Termins, zwischen Weihnachtsmarkt, Bärbele- und Klausentreiben die Besucherzahl an diesem Abend recht überschaubar blieb. Die rund 40 anwesenden Jazzliebhaber geizten allerdings nicht mit Applaus und feierten das Quintett und ihre Sängerin auch mit vollem Mund.

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