Musik von und für Groß und Klein

Buchloe - Sehr vielseitig gestaltete sich wieder das Sommerkonzert des Jugendmusikwerks (JMW) zum Schuljahresende. Musiker aller Altersstufen und Größen - laut Leiterin Christiane Eberhard war die 'kleinste' 1,19 Meter groß, die 'größten' dürften sich um etwa 1,80 Meter bewegt haben - boten ein Programm, das von der 'Kleinen Raupe Nimmersatt' über reichlich Flöten- und Streicherklänge sowie Chormusik bis zu fetzigem Band-Sound mit Titeln wie 'What's up' der '4 Non Blondes' reichte. Nach einem Schwungtanz von Carl Orff, der von Blockflöten und Streichern (Leitung: Gisela Dardzinski) flott und mit kleinen choreografischen Einlagen versehen umgesetzt wurde, gehörte die Bühne der Realschule zunächst der 'Kleinen Raupe Nimmersatt': Kinder der Musikalischen Früherziehung und Grundausbildung sangen und spielten die liebenswerte Geschichte mit Begeisterung. Christiane Eberhard hatte unter Einbezug des Satzes 'Heute singen wir' von Jürgen Barreis die Story schlicht, aber einprägsam und kindgemäß für ein kleines Instrumental-Ensemble arrangiert. Zu Geigen- und Harfenklängen 'fraß' sich die Raupe aus Kindern durch diverse Lebensmittel (mit Papiergemälden bespannte Gymnastikreifen). Danach hatte man es mit vielen fröhlichen kleinen Schmetterlingen zu tun.

Intelligentes von den Blockflöten Zweifellos im Mittelpunkt des Konzerts standen die Blockflöten, mal mit, mal ohne Streicher-Unterstützung. Einmal mehr bewiesen die Ensembles 'Kikrikii' und 'Kroketten' unter (An-)Leitung von Andrea Osti, dass die Blockflöte mehr als nur ein Einstiegsinstrument ist und man damit intelligente und interessante Musik machen kann. Klang- und satztechnisch reizvolle Ausflüge in die Vergangenheit bot 'Kikrikii' mit Werken von Joseph Bodin de Boismortier und Jean d' Estrée. Mit 'Scarborough Fair', das gerade in den Mittelstimmen reichlich sorgfältige Fingerarbeit erfordert, kam auch ein Traditional-Titel zu seinem Recht. Der Südamerika- beziehungsweise Spanien-Satz aus Christa Sokolls 'Reise um die Welt', vorgetragen von den 'Kroketten', verbreitete pfiffig, frech und mit dem richtigen musikalischen Feeling einen Hauch von Sonne, Süden und Karibik. Ähnliches galt für die Gitarren-'Geckos' unter Leitung von Joachim Herb, die mit einer 'Beguine' und einem 'Vals Créole' von Klaus Schindler aufwarteten.

Gekonntes Ploppen Der Chor 'Vocapella' gefiel mit einem 'Gospel Train', der rhythmisch auf Zack war und sich dynamisch ausgefeilt präsentierte. Beschwingt und mit gekonntem Ploppen als Spezialeffekt brachte der Chor außerdem 'Lollipop' auf den Punkt. Aus Peter Kreuders 'Ich hab im Anzug viele Taschen', den meisten besser bekannt als 'Ich brauche keine Millionen', hatte man das gewohnte Tempo etwas herausgenommen, dafür gab sich der Satz harmonisch reizvoll angeschrägt. Als ein Höhepunkt des Abends entpuppte sich der Auftritt der Band unter Leitung von Joachim Herb: Vor allem Lead-Sängerin Luise Krakow, erfahrenen JMW-Konzertgängern von früheren Auftritten in guter Erinnerung, hat die Ausdruckskraft und Beweglichkeit ihrer Stimme nochmals deutlich gesteigert, so dass bei Titeln wie 'What's up' oder 'Walking on sunshine' von Catherina & The Waves praktisch kaum ein Unterschied zum Original feststellbar war. Der Funke sprang entsprechend schnell aufs Publikum über, ohne Zugabe kamen die Musiker nicht davon. Das Konzert nutzte der neu gegründete JMW-Förderverein, um sich zu präsentieren. Die leitenden Vorstandsmitglieder Andrea Gerlich, Karl-Heinz Springinklee und Karin Moser warben dafür, durch vielfältiges Mittun im Förderverein und beim JMW dort zu unterstützen, wo Unterrichtsgebühren sowie staatliche und kommunale Zuschüsse nicht mehr ausreichen. Einige Mitglieder zeigten in der Pause, wie das ganz praktisch gehen kann: Durch den Verkauf von Bananen- und Erdbeermilch wurde der Abend kulinarisch wie finanziell bereichert. Lucia Buch

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