Kempten / Oberallgäu
Miteinander zu besserer Versorgung der Patienten

Miteinander statt neben- oder gar gegeneinander - auf eine neue Basis soll die Krankenhauslandschaft in Kempten und dem Oberallgäu gestellt werden. Stadt und Landkreis planen eine enge strategische Zusammenarbeit, die die medizinische Versorgung in optimaler Qualität sichern soll. Zugleich wollen die Träger statt Defiziten Überschüsse erwirtschaften, um laufende Investitionen schultern zu können. Jetzt machten Stadtrat und Kreistag einstimmig den Weg für die neue Kooperation in einer gemeinsamen Dachgesellschaft frei.

Die soll sichern, dass künftige Entscheidungen das Wohl aller Krankenhäuser (Kempten, Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf) im Visier haben. Denn auf Dauer könnten wohl beide Klinik-Gesellschaften für sich allein nicht erfolgreich bestehen, sind sich Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer und Landrat Gebhard Kaiser einig. Zugleich sollen bisherige Angebote überprüft und abgestimmt werden. Ziel ist auch, die Marktabdeckung deutlich zu steigern. Derzeit gebe es Bereiche, in denen über die Hälfte der möglichen Patienten in ganz andere Krankenhäuser ausweicht.

Kliniken: Das Klinikum Kempten-Oberallgäu (es gehört je zur Hälfte Stadt und Landkreis) und die Kliniken Oberallgäu (sie gehören ganz dem Landkreis) bleiben unabhängige Gesellschaften mit eigenen Bilanzen. Die derzeit wirtschaftlich erfolgreichen Krankenhäuser im südlichen Oberallgäu müssen keine Defizite im Klinikum in Kempten ausgleichen.

Mitarbeiter: Sie bleiben in den jeweiligen Häusern angestellt, sollen sich aber für das Gesamtwohl beider Gesellschaften einsetzen. Einen Sanierungstarifvertrag, wie er noch bis Jahresende im südlichen Oberallgäu gilt, müssen die Kräfte im Klinikum Kempten-Oberallgäu laut Netzer nicht fürchten.

Er geht davon aus, dass das in die roten Zahlen gerutschte Klinikum durch die Kooperation sowie die angestrebte Einhäusigkeit der beiden Kemptener Krankenhäuser wieder auf einen erfolgreichen Weg kommt.

Management/Aufsichtsrat: Geschäftsführer Andreas Ruland (bisher in Immenstadt) ist ab Januar auch für das Klinikum in Kempten verantwortlich. Beide Kliniken sollen jeweils einen weiteren Geschäftsführer bekommen. Stadt und Kreis handeln derzeit mit der Firma Sana einen Managementvertrag aus. Im Aufsichtsrat sollen auch Dritte (wie Arbeitnehmervertreter) sitzen.

Zukunft: Kaiser und Netzer wollen das Miteinander der Ärzte - auch mit niedergelassenen - verbessern. Dies sei wichtig, damit Haus- und Fachärzte mehr Patienten in die hiesigen Kliniken einweisen.

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