Miteinander reden ist praktiziertes Miteinander

Von Michaela Behr | Oberstdorf Er will keine fertigen Konzepte überstülpen, sondern setzt auf ein praktiziertes Miteinander. Deshalb hat sich Laurent Mies, Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler (FW) in Oberstdorf, für eine ganz eigene Form des Wahlkampfes entschieden: In Gesprächsforen versammelt der 41-jährige Jurist Interessensvertreter an einem Tisch - im jüngsten Gesprächsforum ging es um 'Oberstdorf zwischen Spitzensport und Breitensport'.

Wahlkampfveranstaltungen hätten häufig den Charakter einer Einbahnstraße - einer referiere, die anderen hörten zu. Davon, so Mies, wolle er wegkommen. Und so war das Gesprächsforum weniger eine Präsentationbühne für den Bürgermeister-Kandidaten als vielmehr eine offene Plattform und Bestandsanalyse, bei der Sportfunktionäre, Vereinsvertreter und Bürger Ideen, Themen, Kritik und Anregungen austauschten. Sein Versprechen: Sollte er Bürgermeister werden, will er die Gesprächsforen fortführen. Seine Vorstellung von Gemeindepolitik sei eine enge Verzahnung von Bürgern und Bürgervertretern. Dabei hielt sich Mies selbst zurück - knapp fielen die Eingangsworte aus.

Doch stellte der 41-Jährige gleich klar: Die Behauptung, er sei ein Gegner von Sportveranstaltungen, sei verkehrt. Es gehe ihm um ein kritisches Hinterfragen. 'Das muss legitim und erlaubt sein'. Zu traditionellen Veranstaltungen sage er klar 'Ja'. Bei anderen Großereignissen müsse man hinterfragen: Welchen Nutzen bringen sie dem Ort? 'Wertschöpfung kommt aus Sportarten, die von vielen betrieben werden', betonte Mies. Die Tour de Ski als Langlauf-Werbeträger nennt er daher 'eine Veranstaltung, die zu uns passt'.

In der Diskussion nahm der Spitzensport einen breiten Raum ein - Sportinternat, die Gesellschaftsstruktur für die Sportstätten und das Eissportzentrum kamen zur Sprache. Dabei mied Mies nicht die Konfrontation. 'Wenn Sie Schärfe reinbringen, gebe ich Schärfe zurück', konterte er in der Diskussion um die Struktur der Skisport- und Veranstaltungs-GmbH.

Auch scheute sich der Bewerber nicht, ehrlich einzugestehen, dass er sich mit manchen Fragen bislang noch nicht beschäftigt habe - etwa mit der Zukunft der Tennisplätze. Er forderte die Experten in der Runde auf, ihn zu informieren. Sein Motto: 'Miteinander Reden ist praktiziertes Miteinander'.

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