Marktoberdorf
Mit Schwung an noch größerem Rad drehen

Ein Verein sucht einen Vorsitzenden. Wer kann helfen? Ein Ehrenamtlicher. Und wer kann diesen suchen, finden und vermitteln? Das «Schwungrad». Das 2006 in Marktoberdorf vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) aus der Taufe gehobene Freiwilligenzentrum hat sich in den vergangenen drei Jahren bewährt und erhält von der Europäischen Union nun Fördermittel in Höhe von 112000 Euro für drei Jahre. Sie stammen aus dem Leader-Programm. Mit der Förderung soll das Netzwerk für Ehrenamtliche auf den gesamten Landkreis ausgeweitet werden. Die restlichen 50 Prozent für die Projektkosten von 240000 Euro kommen vom Landkreis, der das Projekt auch in der Vergangenheit förderte.

Das «Schwungrad» wird überdies mit der Service-Stelle Ehrenamt am Landratsamt zusammengeführt. Landrat Johann Fleschhut bezeichnet diesen Schritt als «ganzheitliche Betrachtung des ehrenamtlichen Themas, die bundesweit wohl einzigartig» sei. Fleschhut meinte bei der Übergabe des Förderbescheids durch Dr. Alois Kling vom für Leader-Mittel zuständigen Amt für Landwirtschaft und Forsten in Kempten, dass die Genehmigung der Mittel ein «Quantensprung für die Förderung des Ehrenamtes in seiner breitesten Form» sei.

Zukünftig soll das «Schwungrad» nicht nur in Marktoberdorf und Umgebung Freiwillige für das Ehrenamt gewinnen, sondern im gesamten Landkreis Ostallgäu. Dafür werden laut Kling auch eine Vollzeit- und eine Halbtagskraft für eine landkreisweite Anlaufstelle angestellt.

Trotz der scharfen Kriterien für Leader-Mittel wurde die Förderung bewilligt, weil vom Projekt «Schwungrad» viele Bürger profitierten und es nachhaltig sei, meint Kling. Mit dem Geld werde nun ein «richtiger Anschub» geleistet.

Aufbau von Mini-Schwungrädern

Barbara Strobel, Vorsitzende des BRK Ostallgäu, erwartet von der Zusammenarbeit mit dem Landkreis, dass «wir noch effektiver zum Wohle der Allgemeinheit arbeiten können». Das BRK hat im Landkreis rund 4000 Ehrenamtliche unter seinen Fittichen.

Sabine Weißfuß, Geschäftsführerin des «Schwungrads» nannte als Schwerpunktaufgabe für das nächste Jahr den Aufbau von «Mini-Schwungrädern» im gesamten Landkreis. Es sollen Ansprechpartner vor Ort gefunden werden, die in ihrer Gemeinde die Freiwilligen gewinnen und unterstützen.

Die Service-Stelle Ehrenamt wird die Ehrenamtlichen dann beispielsweise bei der Bewältigung der Verwaltungsangelegenheiten unterstützen. «Es gäbe viele Projekte, die an zu viel Bürokratie scheitern», meint Fleschhut, der im «Schwungrad» ein «Riesenpotenzial» sieht. Die Förderung für das Ehrenamt soll nach dem Willen des Landrats auch nicht - wie zunächst die Fördermittel - auf drei Jahre begrenzt sein: «Das ist eine Daueraufgabe, bei der wir auf Ewigkeit dabeibleiben», so Fleschhut.

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