Mit Physik-Projekt zu Jugend forscht

Von Rupert Waldmüller, Kaufbeuren - Ein Plakat für 'Jugend forscht', das ein Lehrer im Klassenzimmer aufgehängt hatte, brachte die 13-jährige Vanessa Hartmann aus Kaufbeuren auf die Idee, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Sie wandte sich daher an ihren Lehrer, um mit seiner Hilfe ein geeignetes Projekt für 'Jugend forscht' zu finden. Nach mehreren Vorschlägen einigten sie sich auf ein physikalisches Projekt: die 'Reibungselektrisiermaschine', die sie beim Regionalwettbewerb in Augsburg vorstellte. Allerdings: für den Landesentscheid qualifizierte sie sich nicht. Vanessa wohnt seit Oktober in Kaufbeuren, besucht aber weiterhin das Joseph-Bernhart-Gymnasium in Türkheim, obwohl sie für die Fahrt jeden Tag insgesamt zwei Stunden mit Zug und Bus in Kauf nehmen muss. Der Grund, warum sie nicht an ein Kaufbeurer Gymnasium wechselt, liegt in der Fächerverbindung: Nur in Türkheim gibt es im näheren Umkreis einen europäischen Zweig. Das besondere an diesem Zweig: die Schüler haben bereits in der sechsten Klasse Informatikunterricht und jetzt steht auch 'Natur und Technik' auf ihrem Stundenplan, erklärt Vanessa. Sie umschreibt das Fach als ein 'Bio-Chemie-Gemisch'. Die Schüler haben dort die Möglichkeit, biochemische Versuche und erste kleine Laborarbeiten durchzuführen. Die Naturwissenschaften zählen zu den Lieblingsfächern der Siebtklässlerin, und ihre Noten bezeichnet sie bescheiden als 'ganz annehmbar', obwohl sie in Mathematik und auch Natur und Technik eine Eins hat. Das Interesse an den Naturwissenschaften bewog Vanessa auch dazu, mit einem physikalischen Projekt bei 'Jugend forscht' teilzunehmen - denn Physik hat sie bis jetzt noch nicht im Unterricht gehabt. Sie erhielt 'ein paar Kopien, Bücher und Erklärungen' zu elektrischen Ladungen, und das Projekt konnte beginnen.

Teile aus der Werkstatt Von diesem Zeitpunkt an blieb Vanessa zwei Stunden in der Woche länger in der Schule als ihre Klassenkameraden und nutzte diese Zeit, um an ihrer Reibungselektrisiermaschine zu tüfteln. Die Materialien dazu sammelte sie gemeinsam mit ihrem Lehrer zum Großteil in der Werkstatt des Hausmeisters ein. So entstand eine Konstruktion aus einer Plastikflasche, einem Stück Leder, Metallstangen, Holzplatten, Styropor und Alufolie. Bereits nach wenigen Versuchen stellte sich heraus, dass die Reibungselektrisiermaschine funktionierte. Vanessa erklärt, wie: 'Mit der Kurbel kann man die Plastikflasche in der Mitte drehen, sodass sie am Leder reibt, wodurch elektrische Ladung entsteht. Weil Plastik kein Leiter ist, bleibt die Ladung erhalten und kann über ein Stück Alufolie weitergegeben werden. Dadurch fangen die Alufolienstreifen auf der Kugel am Ende der Metallstange an zu fliegen.' Mit der Maschine kann Vanessa auch eine kleine Glühlampe zum Leuchten bringen. Dazu schließt sie ein Elektroskop an, kurbelt ein paar Mal kräftig und hält die Lampe an das metallene Elektroskop. Daran, dass die Lampe jetzt an der vorderen Seite glühe, könne sie sehen, dass die Ladung negativ sei. 'Wenn man einen anderen Stoff als Leder verwendet, kann die Ladung auch positiv sein', erklärt sie. Enttäuscht, dass sie sich mit ihrer Reibungselektrisiermaschine für den Landeswettbewerb nicht qualifizieren konnte, sei Vanessa nicht. Sie habe 'nicht groß damit gerechnet, weiterzukommen.' Beim Regionalwettbewerb habe sie außerdem gesehen, 'dass viele andere gute Projekte auch keinen Erfolg gehabt haben.' Der Wettbewerb sei für sie 'auf jeden Fall eine ganz nette Erfahrung gewesen' und sie habe dort auch die Möglichkeit gehabt, viele Leute kennen zu lernen. Nächstes Jahr will es Vanessa voraussichtlich noch einmal bei 'Jugend forscht' versuchen und hat dazu auch schon Unterstützung von einer Freundin zugesagt bekommen. Was mit ihrer Reibungselektrisiermaschine jetzt geschehen soll, weiß Vanessa noch nicht. Sie hofft, dass die Schule sie vielleicht zu Unterrichtszwecken verwenden kann, denn 'bei mir steht sie mehr oder weniger doch nur rum', sagt die 13-jährige Gymnasiastin und lacht.

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