Sonthofen
Mit «Mississippi» den Saal aufgemischt

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Es war eine Nacht voller Dynamik: Toni Willé von den «Pussycat» mischte mit «Mississippi» den Saal auf, die Sonthofer Gebrüder Lama heizten dem Publikum gehörig ein, und die Lateinformation der «Tanzwelt Keipert» riss es schließlich hin. Die Ballnacht der Sonthofer Fasnachtszunft (SfZ), garniert mit einem wohl schmeckenden Menü, erreichte einen rauschenden Status.

Trotz Schnee und Eis kämpfte sich der Stargast des Abends aus den Niederlanden bis ins Allgäu durch und war pünktlich zur Stelle: Toni Willé, die gemeinsam mit ihren nicht mehr singenden Schwestern Betty und Marianne im Jahre 1975 die Musikband «Pussycat» gegründet hatte. Mit geradezu jugendlicher Vitalität, langer blonder Mähne und ihrer immer noch volltönenden warmen Stimme verzauberte die inzwischen gereifte Dame, elegant im schwarz-silbernen Hosenanzug, die Ballbesucher. «Georgie», der Hit aus den Siebzigern, wurde sehr zum Entzücken der Herren dem hübschesten Mann im Saal gewidmet - Batti Lama meldete sich freiwillig.

Die Brüder Battista und Piero, gebürtige Sonthofer mit kalabresischen Wurzeln, verstanden es nicht minder, das Publikum bei Laune zu halten: mit internationalen und italienischen Schlagern und viel «amore» und «cantare», aber auch mit einem furiosen Oberkrainer Stück und einer feurigen «Tarantella» aus dem Land ihrer Vorfahren. Bei «Oh, Mama, schenk mir eine Pizza», kannten auch die Sonthofer den Text und bildeten den Refrainchor. Auf die Stühle brachten die beiden temperamentvollen Musiker schließlich sogar das Zunftmeisterpaar mit dem «Fliegerlied».

Petra I. und Ronald I. sorgten für einen Augenschmaus der Extraklasse mit der Lateinformation ihrer Tanzschule. Fünf Paare - die Mädels in rot und hoch geschlitzt, die jungen Männer in weißem Anzug -wirbelten, rutschten und flogen übers Parkett zu Elvis-Songs, im Tangoschritt und Rockn-Roll-Fieber. Mit ebenso viel Schwung begleiteten die Garden und Tanzmariechen optisch den in vier Gängen servierten Gaumenspaß mit einer herzhaften Kraftbrühe, einem Filet vom Schwein, gefüllt mit Steinpilzen und Gemüsen, sowie einem raffinierten Dessert mit dunkler Schokotarte und Orangenvariationen.

Die letzte Überraschung des Abends blieb dem Männerballett vorbehalten, das heuer ganz maskulin mit Zylinder und Glitzerweste auftrat. Die einzige Ausnahme: eine (falsche) Lady mit blonden Wallelocken und knappem Mini, die ihre schwarz bestrumpften Beine in beachtliche Höhen warf und dabei durchaus gewollt ihr rot behostes Hinterteil enthüllte. «Sie» verabschiedete sich schließlich überhaupt nicht «ladylike» mit einem Knutschangriff auf den verdutzten Zunftmeister, der aber freundliche Miene zum ausgelassenen Spiel machte.

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