Mit Miraculix haben wir nichts am Hut

Lindau | mb | Der deutsche Druidenorden gründet eine Loge in Lindau. Anfang November laden die Mitglieder der weltweit aktiven Loge zu einem Informationsabend ein, anschließend soll die Bodensee-Loge ins Leben gerufen werden. Ziel des Ordens sind Toleranz, Humanität und Wohltätigkeit.

Auch wenn die Logenbrüder von sich sagen, dass sie ganz normale Leute sind und dass ihre Loge eine äußerst ehrenhafte Angelegenheit ist, klingt vieles aus dem Logenleben recht ungewöhnlich. Der baden-württembergische Landesvorsitzende des Druidenordens, Reiner Kurz, hat etwa den Titel Alt-Edel-Erz. Diesen hat er sich erworben, nachdem er sich über den Grad des Ovaten über einen Barden zum Druiden qualifiziert hat und dann den Kapitel-Grad und den Ring-Grad durchlaufen hat, um schließlich den Alt-Erz-Grad zu erreichen.

Ein wenig hört sich das alles nach 'Herr der Ringe' an und dient sicher auch dazu, das Ganze geheimnisvoll und interessant zu machen. In Wirklichkeit gehe es aber vor allem um Freundschaft, Bildung und Geselligkeit, sagt Kurz.

Die Logenbrüder begreifen sich als Gemeinschaft, die sich regelmäßig trifft, gemeinsam isst, feiert und diskutiert - und dann eben noch gewisse Rituale hat, von denen Nichtmitglieder eben nichts wissen müssen. Aber davon abgesehen sei eine Loge 'wie ein ganz normaler Verein', so Hans-Eckhard Thies, einer der Gründer der neuen Loge.

Allein die Diskussionen sollen, so der Anspruch der Logenbrüder, tiefgründiger sein als anderswo, 'keineswegs auf Stammtischniveau' und ohne parteipolitische oder weltanschauliche Festlegung. Üblicherweise hält zunächst ein Logenbruder einen kurzen Vortrag, dann wird gemeinsam darüber geredet. Gemeinsam mit Erich Lederer, dem früheren Vorsitzenden des Lindauer Einzelhandelsverbands, glaubt Thies, dass Lindau ein attraktiver Standort für eine Loge sei und hofft auf viele Interessenten und künftige Mitglieder. Diese wäre dann die 17. Loge in Baden-Württemberg (Lindau wird von den Druiden aus geografisch-praktischen Gründen an Stuttgart angebunden), andere aktive Druiden gibt es schon in Kempten, Friedrichshafen, Konstanz und Ulm.

Nach außen tritt eine solche örtliche Loge als eingetragener Verein auf. Mit Vorsitzendem, Stellvertreter, Schriftführer und Schatzmeister. In der sogenannten Außenloge findet dann auch ein ganz normales Vereinsleben statt. Mit wöchentlichen oder 14-tägigen Vereinssitzungen. Dazu gehört, dass ein Logenbruder einen kurzen Vortrag hält, über den man dann gemeinsam redet. Dann gibt es neben der Außen- aber auch noch die Innenloge. Die Treffen finden in der Regel vorher statt, und hier gibt es dann auch die Rituale, die sich um das Symbol des siebenzackigen Druidensterns, den die Logenbrüder auch oft am Revers tragen, ranken.

Während an der Außenloge auch Besucher oder Neulinge teilnehmen dürfen, ist die Innenloge den Logenbrüdern vorbehalten. Der Druidenorden ist eine reine Männerloge, nur zu besonderen Anlässen, in der Regel viermal im Jahr, werden auch die Frauen dazugebeten.

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