Mit Köpfchen fahren und Sprit sparen

Von Hans-Christian Rudolf Sonthofen In Athen bricht immer mal wieder der Straßenverkehr zusammen, regelmäßig gibt es dort Fahrverbote, um einen Verkehrskollaps und hohe Umweltbelastungen zu verhindern. Das erzählte Jürgen Lex vom ADAC den Elftklässlern des Sonthofer Gymnasiums beim Open-Air-Klassenzimmer für Verkehr und Umwelt. Dort wurden den Schülern in praktischen Versuchen die Lärm- und Abgaswerte bei verschiedenen Fahrweisen mit Auto und Motorrad vor Augen geführt. Durch die Aktion Mobil mit Köpfchen wollen ADAC und TÜV die künftigen Autofahrer für die Umwelt sensibilisieren, um bei uns ähnliche Fahrverbote wie in Athen zu vermeiden. Es geht darum, dass bei zunehmender Motorisierung und Verkehrsdichte jeder weiß, wie er die Umwelt schonen und Benzin sparen kann, erklärt Lex das Ziel der Aktion, die das Thema Verkehr und Umwelt in den Unterricht am Gymnasium integriert: Vielen Schülern ist nicht klar, dass man durch ein bestimmtes Fahrverhalten sowohl die Lautstärke des Autos als auch die Abgase reduzieren kann. Dem pflichtet Daniel Haug, 18 Jahre alt und bislang einziger Autoführerschein-Inhaber der Klasse 11b, bei: Ich habe in der Fahrschule gelernt, dass ich durch untertouriges Fahren Sprit sparen kann. Schließlich ist das Benzin ja teuer genug. Und dann eine praktische Übung: Auf dem Schulparkplatz sitzen vier Mädchen in einem geschlossenen Auto und fahren die Musikanlage hoch. Drei Meter vor dem Wagen steht Jürgen Lex und beschallt das Fahrzeug mit einem Megafon. Aber trotz einer Lautstärke von 108 Dezibel das entspricht einem Presslufthammer in Aktion ist im Wagen weder seine Stimme noch die heulende Sirene zu hören. Rettungssanitäter haben mir erzählt, dass jeder zehnte Autofahrer ihre Signale nicht bemerkt, erklärt Lex.

Zwar dürfe man so laut Musik hören wie man will müsse aber trotzdem fahrtüchtig sein. Um die Abgaswerte eines Autos bei verschiedenen Fahrweisen zu testen, lässt Lex die Schüler Ballons über den Auspuff stülpen. Daniel gibt Gas und beschleunigt den Motor einmal auf 1 000, das zweite Mal auf 3 000 Umdrehungen. Nach einer Minute weist der zweite Ballon ein dreimal größeres Volumen auf. Wenn du jetzt an dem Ballon schnüffelst, würde es dich vermutlich umhauen umschreibt der ADAC-Mitarbeiter die gefährlichen Abgase, die bei einer stärkeren Belastung des Motors deutlich vermehrt auftreten. Vor allem das geruchlose Gas Kohlenmonoxid sei hochgiftig, und könne zum Tod durch Ersticken führen. Dann testen die Schüler auf einem Motorrad, wie sich dessen Lautstärke verändert, wenn man in verschiedenen Gängen mit derselben Geschwindigkeit unterwegs ist. Bei 30 Stundenkilometern beträgt der Unterschied zwischen dem ersten und dem dritten Gang sechs Dezibel also sind umgerechnet vier Motorräder im dritten Gang genauso laut wie eines im ersten. Lex: Hohe Drehzahlen bedeuten viel Lärm, hohen Spritverbrauch und starke Umweltbelastung. Ich hätte nicht gedacht, dass die Unterschiede bei den Abgasen und dem Verbrauch so groß sind, zeigt sich Daniel Haug nach dem ungewöhnlichen Verkehrsunterricht beeindruckt. Und Roman Heimhuber ergänzt, dass bei hohen Drehzahlen ja auch der Motor schneller kaputt gehe. Außerdem schlägt er längere Schul-Projekttage zu diesem Thema vor wenn möglich in Kombination mit einem Fahrsicherheitstraining. Dazu müssen aber erst mal alle Schüler der 11b außer Daniel noch den Führerschein machen.

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