Mit kleiner Lösung den Anfang machen

Kempten (sf). - Mit einer kleinen Lösung soll das City-Management in Kempten starten. Dazu wird jetzt ein Mitarbeiter gesucht, der in Teilzeit dem ehrenamtlichen Vorstand des City-Management-Vereins unter die Arme greift, neue Mitglieder wirbt oder die Aktionen koordiniert. Die Stadt unterstützt das Vorhaben ab 2005 bis 2007 mit jährlich 25000 Euro. Den Zuschuss billigte jetzt mehrheitlich der Finanzausschuss (wir berichteten). Wie Vorsitzender Frank Edele dem Ausschuss erläuterte, schwebe dem Verein als Mitarbeiter eine Person aus Kempten vor - ein Student oder eine Studentin der Fachhochschule oder ein marketing-erfahrener Pensionär. Sie soll in mindestens 20 Wochenstunden und mit einem Budget von 25000 Euro die Geschäftsstelle des Vereins leiten. Sprich: Die Tagesarbeit bewältigen, Beschlüsse des Vorstands umsetzen, Mitglieder für den Verein werben, Aktionen koordinieren und den Kontakt zwischen Stadt, Mitgliedern, Handel, Gastronomie und Hausbesitzern pflegen. 'Wir wissen, dass wir da in einer Zwickmühle sind: hohe Ziele, geringes Budget', meinte Edele. Aber diese kleine Lösung sei jetzt notwendig, um dem Ziel - ein komplettes City-Management - in den nächsten Jahren Schritt für Schritt näher zu kommen. 'Sonst scheitern wir wie viele andere Städte', erklärte Manfred Müller vom Vorstand. Für die große Lösung mit einem hauptamtlichen City-Manager reiche derzeit das Geld nicht aus, erläuterte Dr. Richard Schießl, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung und ebenfalls im Vorstand. Die nötigen 100000 Euro an Mitgliedsbeiträgen, die einen 50000-Euro-Zuschuss der Stadt nach sich ziehen würden, habe man noch nicht zusammen. Deshalb wolle der Verein stattdessen auch nur 25000.

51000 Euro an Mitgliedsbeiträgen Rund 51000 Euro nimmt der Verein zur Zeit an Mitgliedsbeiträgen ein. Das Geld fließt überwiegend in Aktionstage (wie Tag der Musik) und Stadtfeste. Und die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder, die meist als Geschäftsführer zwölf und mehr Stunden täglich in ihren Unternehmen beschäftigt seien, könnten einfach nicht mehr Zeit investieren, warb Edele für Verständnis. Trotzdem habe man im ersten Vereins-Jahr viel erreicht: Beispielsweise die Mitgliederzahl von 84 auf 123 hochgeschraubt, Cambodunum-Taler und Kempten-Schirm wiederbelebt oder die Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung deutlich reduziert. Das zeige sich auch im Haushaltsplan für dieses Jahr mit einem Etat von 157400 Euro: 44000 für Aktionen, 15000 für die Montage Weihnachtsbeleuchtung (plus einem Darlehen von 20400), jeweils 25000 für Kempten-Schirm und Cambodunum-Taler, 25000 für die Geschäftsstelle und 3000 für sonstige Kosten. Wobei sich Posten wie Schirm, Taler oder das Stadtfest durch Verkauf und Einnahmen selbst finanzieren würden. 'Da müssen wir jetzt endlich vorankommen', war sich die Mehrheit der Stadträte und Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer einig. 'Es gilt Nägel mit Köpfen zu machen - auch wenn es kleine Nägel sind', meinte Eduard Bühler. Schließlich habe der Stadtrat einen Grundsatz-Beschluss pro Förderung gefasst, so Ludwig Frick. Und in Kempten gebe es durchaus das Potenzial, das große Ziel eines City-Managers zu erreichen, erklärte Josef Mayr. Deshalb billigten sie den 25000-Euro-Zuschuss. Nur Elisabeth Brock war dagegen, weil sie nach schmerzlichen Einschnitten wie der Abschaffung der Jugendberatung solchen Ausgaben nicht zustimmen könne.

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