Allgäu
Mit hohem Tempo übers Eis flitzen

In den Vereinen im südlichen Oberallgäu wird nicht nur großer Wert auf Breitensport gelegt. Ziel ist es auch, Nachwuchssportler zu fördern und an die Spitze zu bringen. Wir stellen die größten Talente der Region vor.

Oberstdorf «Er ist schnell, wirklich richtig schnell», bringt Trainer Joachim Knöckel die Begabung seines Schützlings Max Redlich vom EC Oberstdorf auf den Punkt. Vor sieben Jahren hat sich der 14-Jährige das erste Mal am Short-Track versucht. Im Alter von neun Jahren machte er seine Leidenschaft dann zum Leistungssport. «Er hat sehr großes Potenzial. Wenn er nach seinem Schulabschluss in diesem Jahr beim Short-Track dran bleibt, geht da schon noch einiges», erzählt sein Trainer stolz.

Trotz seines jungen Alters konnte sich Max bereits in der oberen Liga des europäischen Short-Tracks mit zahlreichen Top-Ten-Platzierungen etablieren. In der Europäischen Rangliste der Junioren C liegt er über 1000 Meter auf dem siebten Platz, über 500 Meter auf Rang zehn. Für Rennen muss Max zusammen mit seinem Trainer Joachim Knöckel meist sehr weite Strecken zurücklegen.

«Da sich Short-Track in Deutschland noch nicht so sehr etabliert hat, sind internationale Rennen unvermeidlich. Die meisten meiner Wettkämpfe finden in Italien statt», erklärt der Nachwuchsläufer des ECO. Beim StarClass-Wettkampf in Champéry in der Schweiz lief er am vergangenen Wochenende auf Platz sechs. Er ist optimistisch, sich für die Future Champions Trophy im März 2010 qualifizieren zu können. Die bei den verschiedenen StarClass-Rennen acht bestplatzierten Sportler aus jeder Altersgruppe dürfen bei diesem Finale, das im Short-Track auch als Junioren-EM gilt, antreten.

Außer einer kurzen Pause nach dem Saisonende trainiert Max das ganze Jahr über für die internationalen Wettkämpfe im Winter. «Wenn man Leistungssport macht, sind längere Pausen nicht drin, da muss man immer dranbleiben», erklärt das Nachwuchstalent. Mit fünf Trainingseinheiten pro Woche hält er sich an diesen Vorsatz. Jetzt im Winter geht es fast jeden Tag aufs Eis. Je nach Trainingseinheit wird entweder die Kondition verbessert oder an der richtigen Technik gefeilt. Beim Konditionstraining laufen er und seine ECO-Kollegen dreizehn Bahnen (1500 Meter) in schnellen Runden über das Eis.

«Im Techniktraining arbeiten wir vor allem daran, wie man die Kurve anlaufen muss, sodass man nah an der Absperrung entlang fährt und mit einem hohen Tempo auf die Gerade kommt.» Im Vergleich zum Eisschnelllauf sind die Kurvenradien beim Short-Track enger und erfordern damit eine besondere Lauftechnik. Im Sommer konzentriert sich die Short-Track-Mannschaft des ECO auf das Kraft- und Athletiktraining. Laufen und Mountainbiken gehören in dieser Zeit ebenso zum festen Programm wie Lehrgängen, in denen sich Max und seine Kollegen intensiv auf die Wintersaison vorbereiten. Ans Aufhören dachte das Nachwuchstalent trotz des intensiven Trainings noch nie. «Short-Track hat für mich einen großen Spaßfaktor. Ich fahre immer mit hoher Motivation auf die Wettkämpfe.

Wir haben auch eine coole Mannschaft und es spornt mich sehr an, meine Konkurrenten zu schlagen», erklärt Max seine Leidenschaft für diese spezielle Disziplin des Eislaufs. Auch sein Trainer kann die Stärken seines Schützlings bestätigen. «Er ist wirklich sehr trainingsfleißig. Er hat zwar auch noch ein paar Schwächen im technischen Bereich, aber das ist in seinem Alter normal», sagt Coach Knöckel. «An seiner Laufposition, die er auch bei hoher Geschwindigkeit halten muss, und seiner Körperhaltung muss er weiter arbeiten.»

Von der Schule unterstützt

Unterstützung bei der Bewältigung der vielen Trainingsstunden und Wettkampf-Wochenenden bekommt er neben seiner Familie auch von der Hauptschule Oberstdorf, die er noch in diesem Jahr besucht. «Unsere Schule ist Partnerschule des Wintersports und Eliteschule des Sports. Wenn ich auf große Wettkämpfe muss, ist es oftmals schwieriger mit dem Stoff mitzukommen, aber dabei unterstützt mich die Schule sehr. Einige Lehrer geben uns Leistungssportlern dann extra Nachhilfe, damit wir in der Klasse gut mitkommen», lobt Max die Schulleitung und Lehrer.

Wie es nach seinem Schulabschluss im kommenden Sommer mit dem Leistungssport weitergehen soll, bleibt erst einmal abzuwarten. Aber für den 14-jährigen Max steht eines schon fest: weitertrainieren und dran bleiben. Schließlich hat er sich noch ein großes Ziel gesetzt: «Auf jeden Fall bei Olympia irgendwann einmal dabei sein.»

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