Mit Bildungslücke auf dem zehnten Platz

Von Hans-Christian Rudolf Sonthofen Jeder, der über das Leben sinnt und sich Träume spinnt, fragt sich geschwind, was die Zukunft wohl alles so bringt, dichtete die Schülerzeitung Bildungslücke vom Gymnasium Sonthofen. Deren 18 Redakteure haben mit Reportagen und Interviews zum Thema Zukunft? die Jury des vom Nachrichtenmagazin Der Spiegel ausgerichteten Wettbewerb für Schülerzeitungen überzeugt. In der Königskategorie Heftinhalt erreichte die Bildungslücke-Mannschaft den zehnten Platz (siehe Jugendseite Szene). Das ist eine besondere Auszeichnung, freut sich Beratungslehrer Manfred Ihler über die Top-Ten-Platzierung. Schließlich haben 968 Schülerzeitungen aus 18 Ländern an dem Wettbewerb teilgenommen. Ihler betont, dass es vor allem die Anerkennung von außen sei, die das Schülerzeitungs-Team in seiner Arbeit bestätige. Demgegenüber sei der schulische Rückhalt für die Arbeitsgemeinschaft (AG) nicht sehr groß: In den vergangenen Jahren waren wir beim Wettbewerb der schwäbischen Schülerzeitungen immer unter den Besten. Doch in der Schule verkaufen wir bei 900 Schülern nur 300 von 550 Exemplaren. Auch die Lehrer stehen nicht hundertprozentig hinter dem Projekt. Die Mitglieder der erfolgreichen Redaktion sind alte Hasen im Geschäft. Bereits seit zweieinhalb Jahren arbeiten die Nachwuchsjournalisten in der heutigen Besetzung zusammen. Die Kontinuität ist mitentscheidend für die Qualität unserer Zeitung, ist Ihler überzeugt. Die Redaktion gestaltet und produziert in einem Schuljahr zwei Ausgaben der Bildungslücke. Demokratisch geht es zu bei den Konferenzen im eigenen Redaktionszimmer, in dem alte Titelseiten, Fotos und Blätter mit Layout-Regeln hängen.

Zuerst legen wir den Inhalt fest, dann überlegen wir uns das Design, beschreibt Julia Thurner neben Denise Kremser und Tamara Scharmann Chefredakteurin der Zeitung das Vorgehen. 72 Seiten hat eine Bildungslücke. Und alle werden sie zu Beginn der Arbeit an die Wände des geräumigen Zimmers gehängt: Zunächst sind die Blätter noch weiß und voller Notizen. Doch dann füllen sich die Seiten langsam und die Zeitung nimmt Gestalt an, erzählt Ihler. Die Aufgaben im Team sind klar verteilt. So macht es Julia Thurner vor allem Spaß zu organisieren und zu delegieren. Später möchte die Elftklässlerin etwas im Management machen. Da sei es für sie bestimmt hilfreich, dass sie bei der Schülerzeitung gelernt habe, im Team zu arbeiten. Auch Manfred Ihler bricht eine Lanze für die AG: Die Schüler lernen Schlüsselqualifikationen wie etwa Kommunikations- und Teamfähigkeit. Michael Beilfuß kümmert sich um die Werbung: Es macht Spaß, Leute von dem Produkt zu überzeugen. Emanuel Ahlgrim, der nach dem Abi eine Ausbildung zum Mediendesigner absolvieren will, ist für das Layout zuständig. Auch seine Begabung für das Schreiben hat er bewiesen. Im vergangenen Jahr erreichte der Computer-Freak (Ihler) beim Spiegel-Wettbewerb mit dem Bericht Spürpanzer statt Kachelmann den fünften Platz in der Kategorie Reportage. Und wie gefällt den Lesern die Bildungslücke? Sie ist immer anders, nie monoton. Die Artikel sind erstaunlich gut geschrieben, findet der Elftklässler Johannes Winkler: Fast professionell, würde ich sagen. Dem kann Larissa Esposito (elfte Klasse) nur zustimmen: Ich freue mich immer auf eine neue Bildungslücke.

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