Immenstadt
Mit 80 Stundenkilometern am Drachen ins Tal

Anschnallen zum Abheben könnte das Motto schon bald zwischen Immenstadt-Ratholz und Oberstaufen heißen. Die Alpsee- Bergwelt-GmbH plant dort im nächsten Jahr nach eigenen Angaben eine deutschlandweit bisher einmalige Ganzjahres-Attraktion: den Alpsee-Flieger. Das Vorhaben, das das Unternehmen 900000 Euro kosten würde, stellte Beiratsvorsitzender Bernd Kuhn am Donnerstagabend im Immenstädter Bauausschuss vor.

Demnach soll parallel zum bestehenden Gratlift eine Flugseilbahn mit einer Gesamtlänge von 560 Metern - also etwa die halbe Liftlänge - installiert werden. Am Seil soll eine Art Drachenflieger hängen, der maximal sechs Personen Platz bietet. Diese werden rückwärts mit einer Geschwindigkeit von 58 Stundenkilometern etwa 200 Höhenmeter nach oben gezogen. Oben auf dem «Schussbuckel» angekommen, schießt der Flieger dann mit mehr als 80 Stundenkilometer ins Tal. «Start soll im Bereich des bestehenden Betriebsgebäudes sein», erläuterte Peter Hagenauer, Bruder von Alpsee-Bergwelt-Geschäftsführer Martin Hagenauer gestern auf Anfrage. Den Endpunkt soll ein Mast auf dem «Schussbuckel» bilden.

«Keine große Baumaßnahme»

«Eine große Baumaßnahme ist also nicht notwendig», so Hagenauer. Außerdem läuft die Bahn nach seinen Worten komplett geräuschlos. Eine Lärmbelästigung sei nicht zu erwarten. Da das Seil über die bisherige Skipiste führt, wird die Natur laut Hagenauer nicht zusätzlich beansprucht. Auch optisch passe das Ganze gut ins Landschaftsbild, meint er. Mindestens drei neue Arbeitsplätze würden geschaffen, und die Bahn rechne sich - durch die erhöhte Gewerbesteuer - auch für die Stadt. «Wir wollen den Besuchern der Rodelbahn die Wartezeiten verkürzen», sagte Beiratsvorsitzender Kuhn im Ausschuss. Bei Hochbetrieb müssen derzeit die Besucher des Alpsee-Coasters bis zu zwei Stunden warten.

Es sei grundsätzlich richtig, in eine Anlage zu investieren, um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern, sagte Bürgermeister Armin Schaupp. Gleichzeitig betonte er: «Das Gerät unterliegt sicher einem gewissen Zeitgeist». Deshalb sei es klug, auch den Rückbau abzusichern.

Auf die Frage von CSU-Stadrat Stefan Hollfelder (CSU), ob das Projekt mit dem Naturpark Nagelfluhkette verträglich sei, antwortete Schaupp: «Selbstverständlich müssen zuerst alle Fakten auf den Tisch». Dazu zähle auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Hollfelders Parteikollege Paul Hartmann bewertete die Pläne positiv. Schließlich habe auch die Rodelbahn die Planzahlen weit übertroffen.

Peter Schmid (Aktive) sagte: «Der Alpsee-Flieger wäre ein Alleinstellungsmerkmal und würde zusätzliche Touristen anlocken.» Kritischer äußerte sich Werner Oppold (Grüne): «Das bringt doch nur noch mehr Wartende.» Der Ausschuss gab das Vorhaben an den Gesamt-Stadtrat zur Beratung im Januar weiter.

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