Blaichach-Seifriedsberg
Miniatur-Kirchlein als Bausteine, um Dach und Turm herzurichten

Schon im Herbst 2008 waren die Rostflecken nicht mehr zu übersehen. An allen acht Auflagepunkten des markanten Kirchendaches von St. Georg und Mauritius im Blaichacher Ortsteil Seifriedsberg verunzierten unschöne rotbraune Stellen die weiß gestrichenen Wände des Kirchenschiffs. Als die Deckenverkleidung des Tragwerks geöffnet wurde, zeigte sich das Malheur: Alle acht überlangen Sparren waren an den «Füßen» verfault. Inzwischen sind die Renovierungsarbeiten an der 1971 eingeweihten katholischen Kirche und auch am Turm weitgehend abgeschlossen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 100000 Euro. Davon trägt die Diözese Augsburg 60 Prozent. Die Pfarrgemeinde selbst muss 40000 Euro tragen.

Kirchenpfleger Johann Preis hatte ursprünglich mit einer viel höheren Belastung der Gläubigen gerechnet. Denn erste Schätzungen für die Erneuerungsarbeiten hatten sich auf rund 200000 Euro belaufen. Ursprünglich waren die Planer davon ausgegangen, das komplette Dach des Kirchenschiffs abstützen zu müssen.

Im Sommer musste die Kirche fünf Wochen lang geschlossen bleiben. Denn einheimische Zimmerer, Spengler und Maler machten sich ans Werk. Dabei ergab sich, dass die Dachträger mit 70 Zentimeter langen Spannschrauben gesichert und die angefaulten Holzteile herausgeschnitten werden konnten. Die Lücken wurden dann mit eingepassten Brettern gefüllt. Außerdem wurde eine zweite Dachrinne montiert. Die Kosten lagen «nur noch» bei 50000 Euro.

Auch zweites Problem angepackt

Als im August Armin Schmeikal von der Diözesanverwaltung zur Bauabnahme kam, zeigte ihm Kirchenpfleger Preis die Schäden am Turm: Verwitterte Schallläden hatten sich gelöst und waren heruntergefallen. An dem von zwei Bäumen flankierten Kirchturm hatten sich dicht an dicht Algen angesiedelt. Kurzerhand beschlossen Schmeikal, Pfarrer Florian Rapp und die örtliche Kirchenverwaltung, auch noch gleich den Turm zu sanieren. Im Oktober stand das Gerüst. Die Schallläden wurden auf allen vier Seiten erneuert, der Turm gereinigt und gestrichen sowie die Ziffernblätter restauriert. Kostenpunkt: 40000 Euro. Im Frühjahr 2010 soll noch das Kupferdach für rund 10000 Euro repariert werden.

Um die Renovierungsarbeiten bezahlen zu können, ist die Pfarrgemeinde auf die Freigebigkeit der Pfarrangehörigen angewiesen. Kirchenpfleger Preis, ein Fertigungs-meister im Ruhestand, hatte dazu eine pfiffige Idee: Er entwarf maßstabgetreue Holzmodelle von St. Georg und St. Mauritius und ließ die Mini-Bauwerke von den behinderten Mitarbeitern der Allgäuer Werkstätten in Sonthofen nachbauen. 600 hölzerne Kirchlein sind auf diese Weise entstanden.

Ab dem dritten Adventssonntag, 13. Dezember, werden die kleinen Nachbauten als «Bausteine» verkauft.

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