Kaufbeuren / Ostallgäu
Mieter bleibt die Zahlungen schuldig

Das Konto eines 45-jährigen Kaufbeurers war über weite Strecken im Soll, außerdem liefen gegen den Mann eine Lohnpfändung und Vollstreckungsversuche des Gerichtsvollziehers. Gleichwohl präsentierte er sich einer Vermieterin, die im Herbst 2007 eine Doppelhaushälfte inseriert hatte, als solventer Mieter. Nachdem er mit seiner Lebensgefährtin und deren Kindern im Oktober 2007 in das Anwesen einer Kaufbeurer Umlandgemeinde eingezogen war, zahlte er nur einmal die Kaltmiete in Höhe von 750 Euro. Ansonsten blieb er die Zahlungen bis zur Zwangsräumung im Spätherbst 2008 schuldig.

«Guten Eindruck gemacht»

Im Betrugsverfahren vor dem Amtsgericht bezifferte die Staatsanwältin den Schaden jetzt auf rund 8500 Euro. Die Vermieterin musste zudem die Kosten für die Zwangsräumung in Höhe von mehreren tausend Euro berappen. Auf die 50-Jährige hatte der Angeklagte bei Abschluss des Mietvertrags «einen guten Eindruck gemacht.» Der Mann habe ihr gegenüber erklärt, seine Lebensgefährtin sei ebenfalls berufstätig. Tatsächlich hatte sie weder eine Arbeit noch irgendwelche finanziellen Mittel. Wenige Monate zuvor hatte die junge Frau bereits den Offenbarungseid geleistet.

Als die Richterin jetzt den Angeklagten fragte, ob er denn bei Abschluss des Mietvertrags offengelegt habe, dass er «klamm» sei, verwies er auf ein doppeltes Gehalt anlässlich einer Urlaubsgeldzahlung. Allerdings befand sich das Konto des Mannes schon wenige Tage später erneut im Soll.

Von der finanziellen Misere wollte seine Partnerin, die den Mietvertrag mit unterschrieben hatte, nichts gewusst haben. Die junge Frau sagte unter Tränen: «Ich habe mich gefreut, dass ich einen neuen Lebensgefährten habe, und mich auf ihn verlassen.» Nachdem auch die Vermieterin erklärte, sie habe damals eigentlich nur mit dem Mann verhandelt, wurde die 32-Jährige aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

An der Schuld ihres Lebensgefährten gab es für die Richterin dagegen nichts zu rütteln. Sie verurteilte ihn wegen Betrugs zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je zehn Euro. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

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