Sonthofen
«Menschen, die mehr tun, als sie brauchten»

Ja, das sei schon eine Anerkennung, meint Ute Bauer, die mit vier anderen Sonthofer Bürgern am «Tag des Ehrenamts» im Rathaus die städtische Ehrenmedaille für ihr vielfältiges soziales Engagement erhielt. Ute Bauer, die fünf Sprachen spricht, kümmert sich vor allem um Asylbewerber und im Verein «Die Arche» um junge Frauen, die in Not geraten sind. Und selbst an diesem Tag kreisen ihre Gedanken um ihre Schützlinge: «Ich suche gerade ganz dringend eine Unterkunft für eine junge schwangere Frau aus Kenia,» bittet sie kurzerhand die Heimatzeitung um Mithilfe.

Auch Werner Rumohr freut sich über die Auszeichnung, die er aber «stellvertretend für alle, die im Verein tätig sein», entgegen nimmt. «Ich selber stehe nicht so gern im Mittelpunkt», sagt Rumohr bescheiden, der sich seit fast 20 Jahren beim 1. FC Sonthofen für die Jugendlichen einsetzt. Die Bestätigung für seine Arbeit erfahre er «eigentlich durch die Kinder». Jedes Wochenende betreut der Geehrte mehrere Jugendmannschaften bei Heim- und Auswärtsspielen, er wäscht die Trikots und gibt den Jugendlichen nebenbei Sprach- und Nachhilfeunterricht, vermittelt ihnen sogar Arbeitsstellen.

«Immer ein Vorbild»

«Immer ein Vorbild», lobte FC-Chef Josi Kreuzhagen den frischgebackenen Ehrenmedaillenträger Rumohr in der Feierstunde, die von der Ofterschwanger «Leitenweg-Museg» begleitet wurde.

Sie kenne kaum jemanden, der so viel Engagement und Zeit in ein Ehrenamt investiere wie die «Conny», betonte BRK-Kreisvorsitzende Heidi Lück nach der Ehrung von Cornelia Stich. Seit 40 Jahren sei «Conny» aktives Mitglied im Rettungs- und Notarztdienst sowie in der Schnelleinsatzgruppe, berichtete Bürgermeister Hubert Buhl, der die tatkräftige Rotkreuzlerin «fast seit Geburt an» kennt. Buhl bescheinigte Stich, die auch acht Jahre Kreisbereitschaftsleiterin war, nicht nur Durchsetzungsvermögen und ein «unglaubliches Vermittlungsgeschick», sondern auch Warmherzigkeit und Menschlichkeit.

Mit Werner Gernböck wurde ein «Urgestein» der Freiwilligen Feuerwehr Sonthofen geehrt, so Kommandant Dieter Stanggassinger. «Wahnsinnig, was der gemacht hat im Verein!» Mehrere Jahrzehnte lang war Gernböck aktiv in der Wehr. Er wohnte im Feuerwehrhaus, erinnert sich der Bürgermeister, und war so bei fast allen Einsätzen dabei. Seine Erfahrung und Fachkompetenz habe er an den Feuerwehrnachwuchs weitergegeben, lange, bevor es die Jugendfeuerwehr gab. Nicht nur als Zugführer habe sich Gernböck um das kameradschaftliche Miteinander gesorgt, so Stanggassinger: «Er ist die integrative Persönlichkeit, die sich eine Feuerwehr nur wünschen kann.»

Rudolf Dressel ist seit 22 Jahren Kreisobmann der sudentendeutschen Landsmannschaft. Er setzt sich für die Aufrechterhaltung des Brauchtums ein und kümmert sich um alleinstehende Mitglieder. «Dass die Sehnsucht nach der Heimat nie aufhört, kann ich mir gut vorstellen, meinte Buhl. «Wir haben eine schöne Heimat verloren», konterte Dressel, der sich auch für das Denkmal der Vertriebenen in Sonthofen engagiert hat. «Aber wir haben hier im Allgäu auch eine schöne Heimat gefunden.» Bürgermeister Buhl gratulierte allen neuen Ehrenmedaillenträgern mit den Worten: «Heute würdigen wir Menschen aus unserer Mitte, die mehr tun, als sie brauchten und als viele andere tun.»

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