Melancholische Klänge zum Träumen

Gitarrist Stefan Barcsay spielt Serenaden des 20. Jahrhunderts Oberstaufen (gru). Zum wiederholten Male schon gastierte Stefan Barcsay in der Schlossbergklinik Oberstaufen. Der studierte Gitarrist arbeitet als Lehrer an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach und konzertiert mit namhaften Solisten und Orchestern im In- und Ausland. Sein besonderes Augenmerk gilt der klassischen Gitarrenliteratur.

Für seinen jüngsten Auftritt in Oberstaufen hatte Barcsay ein Programm weitgehend unbekannter Serenaden zusammengestellt. Der Schwerpunkt lag dabei auf Musikliteratur des 20. Jahrhunderts. Es war zum großen Teil eine 'stille' Musik, die zum Träumen einlud, wie zum Beispiel die 'Sonata Mexicana' Nr.1 von Manuel Ponce. Barcsay formte die Töne zu Erinnerungen an einen heiligen Baum (zweiter Satz) oder schuf eine Hommage an die Melodien und Rhythmen der aztekischen Urbevölkerung (vierter Satz). Barcsay versenkte sich ganz in die Musik. Nur wenige kraftvolle Akkorde ließen das mexikanische Temperament durchscheinen. Sehr melodische Kompositionen waren die Stücke von Francisco Tarrega, einem Komponisten der Romantik aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In 'Capricho arabe' und 'Recuerdos de la Alhambra' ließ der Komponist maurische Elemente ins Spanische einfließen. Barcsay gelang es ausgezeichnet, das besondere Klangmuster dieser Werke virtuos umzusetzen. Ganz spanisch wurde es dann mit der 'Sonatina' von Frederico Moreno Torroba, die der Komponist dem begnadeten spanischen Gitarristen Andrè Segovia widmete. In der Sonata op. 61 von Joaquin Turina verschmolzen Flamenco Rhythmen mit der typischen Musik der Zigeuner Andalusiens, die von Melancholie und feuriger Leidenschaft geprägt ist. Hatte das Konzert mit Heitor Villa Lobos Etüde Nr. 8 begonnen, so endete es auch mit zwei Prèludes des gleichen Komponisten. Nach dem Prèlude Nr. 3, das Villa Lobos Johann Sebastian Bach gewidmet hat, erklang das Prèlude Nr. 4, das Villa Lobos den Ureinwohnern Brasilien geschrieben hatte, wie Barcsay erzählte. Die Musik schien den Überlebenskampf der Urbevölkerung auszudrücken: kräftige Akkorde wechselten ab mit melancholischen Weisen. Das Publikum war sehr angetan von dem ausdrucksstarken Spiel Stefan Barcsays und spendete herzlichen Applaus. Der Künstler bedankte sich mit einer schwungvollen Mazurka.

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