Meistens macht der Alkohol Probleme

Sonthofen (uw). Alkoholprobleme sind weiter der Hauptgrund, aus dem sich Menschen Hilfe suchend an den Caritas-Fachdienst für Suchtberatung und -behandlung wenden. Die Einrichtung ist freilich nicht allein darauf spezialisiert, sondern hilft auch bei Essstörungen, Spielsucht und Drogenproblemen. Um die Wartezeiten zu verkürzen und schneller helfen zu können, hat die Caritas ihre Beratung in Sonthofen seit vergangenem Sommer verstärkt. Neben Sozialpädagogin Hilde Mayr steht nun halbtags auch Pädagoge Schwabeneder Klienten zur Seite. Laut Peter Ziegler, Leiter der Suchtberatungs- und Behandlungsstelle Kempten, ist der Bedarf an Hilfe in Sonthofen überdurchschnittlich hoch. Im Vorjahr wandten sich insgesamt 213 Menschen an die Beratungsstelle (+ 6,5 Prozent); darunter waren knapp zwei Drittel Männer. Die Einrichtung hilft vor allem mit Beratungsgesprächen und ambulanten Therapiegruppen. Aktuell ist zum Beispiel eine Gruppe für alkoholauffällige Kraftfahrer geplant. Bei Bedarf werde in stationäre Einrichtungen vermittelt. Den Löwenanteil haben in Sonthofen Alkoholprobleme: Drei von vier Menschen wandten sich im Vorjahr aus diesem Grund an die Berater. Immerhin zehn Prozent hatten Essstörungen, neun Prozent Probleme mit sonstigen Drogen oder Medikamenten. Probleme mit Alkohol oder anderen Süchten haben viele Ursachen. Zu den wichtigen zählen Schwierigkeiten in Familie und Beruf darunter auch die Arbeitslosigkeit.

Letztlich beginne Suchtverhalten bereits im Kindergarten-Alter, sagt Ziegler. Bereits dort (im Umgang mit Computer-Spielen, Fernsehen und Süßigkeiten) müsse die Prävention ansetzen. Dazu zählt, dass Menschen mehr Gesundheitsbewusstsein entwickeln und Freizeit sinnvoll gestalten. Beim Thema Alkohol monieren die Experten geringes Problembewusstsein. Der Plan der Stadt Sonthofen, beim Stadtfest den Verkauf von Alkopops (ein Modegetränke junger Menschen) zu verbieten, sei begrüßenswert. Doch eigentlich müsse man darauf hinwirken, dass Gaststätten über die gesetzliche Verpflichtung hinaus generell mehrere alkoholfreie Getränke billiger als Alkohol anbieten. Und zwar auch Getränke, die junge Menschen gerne trinken. Ob Bier, Wein, Sekt oder Schnaps Alkohol müsste generell teurer werden und dürfte nicht so leicht verfügbar sein, meint Ziegler. Auch Arbeitgeber sollten das Thema Suchtmittel ernst nehmen und Betroffene frühzeitig in eine Beratungsstelle schicken. Wenn ein Arbeitgeber Unterstützung statt Sanktionen biete, sei das gut fürs Betriebsklima. Zudem ließen sich Unfallgefahr und Krankheitstage senken. In Kempten beispielsweise habe ein Unternehmen seinen Mitarbeitern einen Kurs zur Raucherentwöhnung angeboten und den Großteil der Kosten übernommen. Auch das kann sich rechnen: Beispielsweise, wenn die Zahl der Raucherpausen so deutlich sinkt. Die Sonthofer Suchtberatung der Caritas ist in der Hochstraße 5, Telefon (08321) 788-9437, Fax 788-9438. Die Sprechzeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr; Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 13 bis 17 Uhr.

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