Wengen
Meilenstein ins Blickfeld rücken

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Es war die Blüte des römischen Reichs, als im Jahre 201 ein Meilenstein in der Nähe von Wengen aufgestellt wurde. Später landete er in einem Graben, wurde im 16. Jahrhundert wieder entdeckt und ins Kloster Isny gebracht. Vor genau 80 Jahren stellten Heimatfreunde eine Nachbildung an der Bundesstraße zwischen Kempten und Lindau auf. Sie soll jetzt stärker ins Blickfeld gerückt werden.

Der Wengener Heimatforscher Erwin Rusch hat sich mit der Vergangenheit befasst: «Auf dem Stein ist Kaiser Septimius Severus verewigt.» Die Entfernung ist auch klar definiert: 11000 Doppelschritte von Cambodunum bis nach Unterwengen. Dort sind auch heute noch die Reste der einstigen Römerstraße unweit des Spitals erkennbar. «Das Spital wurde 1530 von Truchseß Wilhelm dem Älteren erbaut», weiß Rusch. Vermutlich fand man damals den Meilenstein, der zunächst ins Kloster Isny und nach 1700 ins Stift Kempten kam. Später wanderte er über Augsburg bis nach Stuttgart.

Der Heimatverein Kempten organisierte zusammen mit den Gemeinden Wengen und Isny eine Nachbildung, die Anfang Oktober 1930 unweit des Fundortes aufgestellt wurde. Der Stein soll künftig in die römische Verbindung zwischen Bregenz und Kempten eingebunden werden.

Die historische Route verläuft entlang der Burgus Hörbranz, Meckatz und Dreiheiligen zum Römerkastell Vemania bei Isny. Vom Burgus Nellenbruck ist zwar nicht mehr viel zu sehen, dafür aber vom Burgus Kenels und vor allem vom wieder aufgebauten Burgus Ahegg.

Das römische Cambodunum war einst die Hauptstadt von Raetien, wurde aber 233 von den Alemannen zerstört und anschließend in den Bereich der Burghalde verlegt. (li)

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