Mehrzweckhalle: Plus bei Kosten sorgt für Unmut

Denklingen (gum). - In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Denklingen nahm Architektin Gabriele Haberstock-Haunstein aus Epfach Stellung zur unerwarteten Kostensteigerung bei der Sanierung der Mehrzweckhalle. Die rund 18000 Euro Mehrausgaben hätten zu massiver Kritik geführt, meinte Bürgermeisterin Viktoria Horber. Haberstock-Haunstein nannte als Gründe für die Mehrkosten die Elektroinstallation und die Zimmererarbeiten am Dach. 'Ich habe das Angebot zur Elektroinstallation studiert und bei einem Elektromeister nachgefragt. Es wurde als annehmbar empfunden.' Man habe nicht wissen können, dass die Verlegung der Leitungen durch die baulichen Gegebenheiten sehr viel umfangreicher ausfallen würden. 'Das Dilemma war, dass wir den Projektanten gespart haben', so Haberstock-Haunstein. Zweiter Kostenerhöhungsfaktor seien die Lampen für die Bühnenbeleuchtung gewesen. Erst bei Lieferung sei das Fehlen des Prallschutzes festgestellt worden. 'Wir konnten die Lampen so nicht einbauen, sonst wäre die Halle unbenutzbar gewesen. Es hätte Lebensgefahr bestanden, wäre ein Lampenglas zu Bruch gegangen.' Deshalb habe man Schutzgitter aus Edelstahl anfertigen lassen. 'Dabei war keine Standardversion möglich, die Gitter mussten für etwa 1500 Euro nach Maß gefertigt werden', erklärte die Architektin. Regina Wölfl meinte: 'Das hätte man vorher wissen müssen.

' Außerdem gebe es ballwurfsichere Strahler - 'aber unterm Strich wären die Kosten gleich geblieben'. Das bestätigte Haberstock-Haunstein. Und: 'Ich hab's gut gemeint, wollte sparen. Aber der Schuss ging nach hinten los.' Auch Bürgermeisterin Horber und Zweiter Bürgermeister Hubert Möhrle erklärten, an den Materialkosten hätte sich nichts geändert. Franz Stahl dagegen meinte, mit einheimischen Handwerkern hätte es keine Probleme gegeben. Dazu Kämmerer Johann Hartmann: 'Wir müssen ausschreiben. Es ist nachweisbar, dass wir mit Ausschreibungen günstiger fahren, als Aufträge direkt frei zu vergeben.' Die daraus resultierende Grundsatzdiskussion stoppte Horber: 'Wir müssen uns an das Gesetz halten.' Bei den Zimmererarbeiten seien die Mehrkosten von rund 9000 Euro durch den erhöhten Holzbedarf - etwa sechs Kubikmeter - entstanden. Die Architektin: 'Die komplette Wärmedämmung war mit Wasser vollgesogen, einfach pitschnass. So etwas habe ich noch nie gesehen.' Dadurch musste der Aufsatz über dem Hauptgesims, die Attika, komplett erneuert werden. Auch die Aluminiumverblechung musste man erweitern, da die Betonkante an der Unterseite der Attika brüchig war. 'Dabei habe ich keine einsamen Entscheidungen getroffen, der Bauausschuss war mit vor Ort.' Der Gemeinderat akzeptierte schließlich die Mehrkosten. 'Bei Altbauten ist der gesamte Umfang der notwendigen Sanierungsmaßnahmen einfach nicht vorhersehbar', ergänzte Bürgermeisterin Horber.

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