Mehrere Phasen der Trauer bei Todesfall

Ketterschwang/Ostallgäu (fk). - Das ebenso anspruchsvolle wie sensible Thema Sterben und die nachfolgende Trauer der Angehörigen stand im Mittelpunkt der Frühjahrsversammlung des Dekanatsrats Kaufbeuren im Landgasthof Brem in Ketterschwang. Diakon Norbert Kugler war dabei als Referent aufgetreten. Begrüßt wurden die kirchlichen Mitarbeiter vom Dekanatsratsvorsitzenden Hermann Neuner (Waal) und Dekan Reinhold Lappat (Buchloe), der mit einem geistlichen Wort auf die Thematik überleitete. Der Tod werde zwar von den Menschen als unausweichliches Ende des irdischen Lebensweges akzeptiert, dennoch werde gerne jeder Gedanke an diesen fundamentalen Schnitt verdrängt, führte Diakon Norbert Kugler aus, der als Leiter der Kontaktstelle für Trauerbegleitung in der Diözese Augsburg täglich mit dieser Problematik konfrontiert wird.

Andere Dimension Immer erst dann, wenn der Verlust eines nahen Angehörigen zu beklagen ist, trete der Tod aus dem Tabubereich heraus. Kugler ging auf die unterschiedlichen Trauerphasen ein. Wenn der Tod nach einer längeren Krankheit als Erlösung empfunden werde, erreiche die Trauer eine andere Dimension, als wenn der Verlust durch einen Unfall in Sekundenschnelle völlig überraschend spürbar geworden sei. Die Unfassbarkeit werde besonders groß erlebt bei Gewaltverbrechen oder wenn eine Mutter bei der Geburt ihres Kindes das Leben verliere. Kugler nannte als Trauerphasen zunächst die Depression, dann die versuchte Verleugnung des Geschehens - bis letztlich die Akzeptanz des Todes oftmals wieder Frieden bringe. Diese innerliche Fügung, mit Würde getragen, bezeichnete der Diakon als Gnade und Geschenk.

Im Wandel der Zeit Die Zeit des Trauerns habe einen Wandel erfahren. War noch vor wenigen Generationen ein volles Jahr der Trauer Ausdruck des schmerzlichen Verlustes, so habe die heutige schnelllebige Zeit die Trauerphase deutlich verkürzt. Früher war auch das Sterben zu Hause ein Teil des tief empfundenen Abschiednehmens. Derzeit müssen Geistliche oder Laienhelfer zumeist in der Anonymität eines Krankenhauses den Sterbenden begleiten und den Angehörigen in ihrer Ohnmacht und ihrem Schmerz beistehen. Zudem verfügen nur wenige Krankenhäuser über sogenannte Abschiedsräume. Mit großer Einfühlsamkeit sollte versucht werden, die Trauernden wieder dem Leben zuzuwenden.

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