Kaufbeuren / Ostallgäu
Mehr Spielraum für Mittelschulen

Beim «Dialogforum» in der Aula der Hauptschule Marktoberdorf hat das Schulamt rund 100 Schulleiter, Lehrer, Elternbeiräte und Kommunalpolitiker aus dem ganzen Ostallgäu über die geplante Umwandlung der Hauptschulen in sogenannte Mittelschulen informiert. Reichlich politisches und fachliches Gewicht wurde dafür in die Waagschale geworfen: Regierungspräsident Karl Michael Scheufele sowie Gabriele Holzner von der Regierung von Schwaben, Ministerialdirigent Dr. Peter Müller vom Kultusministerium, Landrat Johann Fleschhut und Schulamtsleiterin Eva Severa-Saile.

In den zahlreichen Fragen wurde deutlich, dass das Kultusministerium in der Vergangenheit viel Ansehen in Sachen Hauptschule verspielt hat. «Ich glaube diesen wohlmeinenden Worten nicht mehr», sagte Pfrontens Bürgermeister Beppo Zeislmeier und erntete Applaus. Müller von Kultusministerium, der schon eine Reihe von «Dialogforen» im Freistaat hinter sich hat, warb mit Ruhe und Routine für die Mittelschule. Diese reformierte Hauptschule soll ein größeres Angebot an Bildungsmöglichkeiten und mehr Förderung für schwache wie für starke Schüler bieten. Weil manche Schulen zu klein sind, um das gesamte Angebot zu stemmen, können sie sich zu Schulverbünden zusammenschließen, um gemeinsam alles zu bieten. Auf diese Weise könnten kleine Standorte erhalten bleiben, die ansonsten wegen rückläufiger Schülerzahlen vor dem Aus stünden, argumentierte Müller.

Und auf diese Weise könnten die Schüler an kleinen Schulen von der Angebotspalette einer großen Schule profitieren. Einen Paradigmenwechsel wird es beim Geld geben. Bisher legte das Kultusministerium zentral und im Detail fest, welche Schule wie viel Geld für was bekommt. Der finanzielle Spielraum vor Ort war gering. Jetzt die Kehrtwende: Jede Mittelschule und jeder Schulverbund erhält ein Globalbudget.

Zusätzliche Kurse möglich

Damit können in Zukunft die Schulleiter selbst entscheiden, ob sie das Geld beispielsweise lieber in viele kleine Klassen stecken oder größere Klassen akzeptieren und mit dem restlichen Geld zusätzliche Kurse finanzieren. Denkbar wäre sogar eine Wiedereinführung der Teilhauptschulen: An kleinen Hauptschulen würde dann nur noch die 5.

und 6. Klasse angeboten und später wechseln die Schüler an eine größere Schule des Verbundes.

Die angesichts der kommenden Schulverbünde spannende Frage «wer mit wem» blieb unbeantwortet. Severa-Saile zeigte im Schnelldurchlauf denkbare Varianten. Landrat Fleschhut warb nachdrücklich dafür, die Mittelschule als Chance für die Hauptschule zu begreifen. Für ihn ist die Finanzierung Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg der Reform. Mehr Eigenverantwortung vor Ort nütze wenig, wenn das Geld nicht ausreiche.

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