Füssen
Mehr Sicherheit für Kinder im Internet

Chatten, Surfen, Spielen: Das Internet bietet zahlreiche Möglichkeiten. Viele Klicks, aber einer davon kann schnell der Falsche sein. Medienexperte Jörg Kabierske referierte deshalb am Gymnasium Füssen darüber, wie man sich vor Gefahren im Netz schützen kann. Nicht nur die Schüler wurden zu dem Thema aufgeklärt, auch Lehrer und Eltern konnten sich bei einem separaten Training fortbilden.

Viert-, Fünft- und Sechstklässler, die sich Pornografie und gewaltverherrlichende Seiten im Internet anschauen? Laut Kabierske keine Seltenheit. Mit seinem Vortrag wollte er die rund 150 Eltern aber nicht schockieren: «Ich will nicht erreichen, dass sie jetzt aus einer Panik heraus ihren Internetanschluss kündigen.» Vielmehr ging es ihm darum, die Eltern zu «sensibilisieren». Dazu standen Kabierske Staatsanwalt Hanspeter Zweng und Jochen Knaebel von der Polizeiinspektion Füssen beiseite.

Das Internet, so der Grundtenor des Referenten, solle keineswegs von den Kindern und Jugendlichen ferngehalten werden. Nur sollten sie mit Bedacht an das Medium herangeführt werden. Ein Computer im Kinderzimmer sei da schon der falsche Einstieg. Der habe dort nämlich nichts verloren, sondern habe im Wohnzimmer oder Gang seinen richtigen Platz.

Der Standort alleine verhindere jedoch nicht das Anklicken von Erotik- oder Gewaltseiten: «Die Kinder galoppieren auf so eine Seite, das ist so und man braucht nicht enttäuscht sein. Bleiben sie locker», appellierte Kabierske. Denn oft gelangen Kinder ohne böse Absicht auf entsprechende Seiten. Nur zwei, drei Klicks bei der größten Internetsuchmaschine und schon ist es passiert: «Google ist viel zu mächtig für Kinder.» Sie seien mit den Millionen an Suchergebnissen schlichtweg überfordert.

Anonym bleiben

Lokalisten, Facebook & Co. - Gefahren lauern vor allem in den sogenannten Sozialen Netzwerken. Anonymität sei hier besonders wichtig. Denn bei manchen Angaben in den Profilen bräuchten interessierte Personen nur ein paar Mausklicks betätigen, um Name und Adresse herauszufinden.

Der Referent empfiehlt daher: «Nicht zu viel preisgeben.» Denn auch der zukünftige Arbeitgeber hat Zugriff auf diese Daten. «Da macht es keinen guten Eindruck, wenn bei Hobbys Saufen steht.»

Doch in Sozialen Netzwerken stecke noch eine weitere Gefahr: Mobbing. Beleidigung, Täuschung und Terror von Mitschülern kämen so zum Opfer auch nach Hause. «Das ist eine Straftat», stellte Staatsanwalt Hanspeter Zweng klar. Keine seltene. Denn wie Jochen Knaebel von der Polizei erklärte, gab es auch in Füssen einen entsprechenden Fall.

«Das hat auch meine Tochter mitbekommen», erzählt eine Roßhauptener Mutter gegenüber unserer Zeitung. Zuvor sei die 13-Jährige noch sauer gewesen, weil ihr ein Lokalisten-Zugang verwehrt wurde. «Aber als sie das mit dem Mobbing mitbekommen hat, hat sie sich bei mir bedankt», sagt die Roßhauptenerin.

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