Oberallgäu
Mehr Geld und Personal nötig

Mindestens einmal im Monat haben in Deutschland 80000 Kinder zwischen 12 bis 17 Jahren einen Rausch.» Mit dieser Zahl eröffnete die Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Ulrike Müller, ein Fachgespräch über Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen.

Die Sicht des Jugendamtes: Nach den Erfahrungen des Jugendamts Oberallgäu habe sich der Konsum der Jugendlichen vom Kiffen zum Alkohol verschoben. Andererseits gäbe es aber auch viele junge Leute, die keinen Alkohol tränken. Der erste Zugang sei grundsätzlich der elterliche Keller, wussten die Experten des Jugendamts. Den Jugendlichen sei auch nicht klar, dass bei Kontakt mit der Polizei im Rahmen des Alkoholmissbrauches der Führerschein nach bestandener Prüfung gefährdet sein könne. Das gelte auch bei Trunkenheitsfahrten mit dem Fahrrad oder einen Rausch zu Fuß.

Die Sicht der Suchtberatung: Die Suchtbekämpfung und - Prävention sei aber auch eine Frage des Personals, hieß es. Im Bereich des Jugendamtes Oberallgäu stehen derzeit drei Mitarbeiter für rund 215000 Einwohner zur Verfügung. Im Jugendhilfeausschuss des Landkreises würde sich die Diskussion über Präventivmaßnahmen meist an den Kosten orientieren.

Die Sicht der Richter: Aus richterlicher Sicht wurde bestätigt, dass Alkoholmissbrauch von Kindern ein großes Problem sei. Die Eltern seien häufig überfordert, bei Trennungen kämen oft keine verträglichen Lösungen für die Betreuung der Kinder zustande. Durch fehlende Ausbildungsmöglichkeiten würden Jugendliche in die Langeweile getrieben, zum Alkohol greifen und im schlimmsten Fall Straftaten begehen.

Das aktuelle Unterhaltsrecht hat laut den Richtern zur Folge, dass Alleinerziehende mit Beginn der Schulpflicht ihrer Kinder in eine Teilzeitbeschäftigung gezwungen werden.

Die Sicht der Lehrer: Vonseiten der Rektoren und Lehrer wurde darauf hingewiesen, dass in den Schulen selbst kein Verzehr von Alkohol stattfände. Die Jugendlichen würden den Alkohol an anderen Stellen zu sich nehmen. Beklagt wurde, dass die Elternkompetenz im Bereich Erziehung abgenommen habe, obwohl die Eltern am allermeisten in der Prävention gefragt seien.

Das Fazit: Insgesamt, so hieß es, fehle es an einer Konzeption, die alle Beteiligten und Projekte in die Prävention und Bekämpfung einbinde. Zudem fehle es an der notwendigen personellen und finanziellen Ausstattung. Notwendig wäre auch eine Stelle, die schnell eingeschaltet werden könne und die Maßnahmen der einzelnen Betreuungsdienste koordiniert. Ulrike Müller betrachtet als vorrangig: eine bessere Vernetzung der Beratungsstellen und Präventionsangebote.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018