Mediziner haben Darmkrebs im Griff

Buchloe(en). - Im Zuge der Feierlichkeiten zu seinem 50-jährigen Bestehen veranstaltete das Buchloer Krankenhaus auch eine Vortragsreihe zum Thema Darmkrebs. Mehrere Mediziner gingen im Kolpinghaus auf Ursachen, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten dieser Krankheit ein. Dr. Ambros Ablasser, ärztlicher Direktor am Buchloer Krankenhaus, erläuterte einleitend die An- und Warnzeichen von Darmkrebs. Dieser äußere sich vor allem durch einen Wechsel von Verstopfung und Durchfall, durch Bauchschmerzen, Blässe, mangelnde Nahrungsaufnahme und 'nasse Winde'. Mittels eines einfachen Tests, der auch beim Hausarzt durchgeführt wird, könne man verstecktes Blut im Stuhl entdecken. Auch über das Blutbild und eine Ultraschall-Untersuchung könnten erste, aber noch keine absolut zuverlässigen Aussagen getroffen werden. Die sicherste Methode sei eindeutig die Darmspiegelung, so Ablasser. Dabei werde nicht nur der komplette Darm zuverlässig kontrolliert, sondern es können gleich bei der Untersuchung eventuell entdeckte Polypen (Gewebewucherungen) entfernt werden. Aus letzteren könne sich im Laufe der Jahre der 'Krebs' bilden. Ablasser selbst hat in den vergangenen drei Monaten am Buchloer Krankenhaus über 200 Spiegelungen durchgeführt und in 62 Fällen Polypen entfernt. Das entnommene Gewebe werde daraufhin untersucht, ob sich eventuell schon ein kleiner Tumor gebildet hat. Wer sich - je nach Risikogruppe - in Abständen von drei bis zehn Jahren einer Darmspiegelung unterzieht, habe gute Chancen, nicht zu den 30000 Menschen zu gehören, die in Deutschland jährlich an Darmkrebs sterben, so der Mediziner. Ablasser hob die gute Vernetzung des Buchloer Krankenhauses mit Spezialisten und Fachabteilungen in der Umgebung - auch bei der Diagnose und Behandlung von Darmkrebs - hervor.

Erhöhtes Risiko Aus Bad Wörishofen war Dr. Mathias Küffner ins Kolpinghaus gekommen, der auf die Faktoren einging, die eine Krebsbildung im Darm begünstigen: vor allem mangelnde Bewegung, Übergewicht, Alkohol - insbesondere Bier - und das Rauchen. Aber auch Vorerkrankungen im Darm und eine genetische Veranlagung erhöhten das Risiko. Vorbeugend wirkten dagegen vor allem Bewegung, der Genuss von viel Gemüse und Obst, Olivenöl und Ballaststoffen. Auch Calcium, Selen und andere Stoffe in der Ernährung wirkten sich günstig aus. Nach einer Darmspiegelung sei die Untersuchung mit dem Computer-Tomographen (CT) ein wichtiges Mittel, um Metastasen und andere Krankheitsauswirkungen sichtbar zu machen, so der Radiologe Dr. Stefan Freudenberger, der am neuen Buchloer CT tätig ist. Dr. Stefan Härtel, Chefarzt in St. Josef, erläuterte die verschiedenen Therapieformen bei Darmkrebs. So könnten in einem noch nicht fortgeschrittenen Stadium 90 Prozent der Betroffenen geheilt werden. Auch die Chemotherapie biete bei übergreifenden Tumoren gute Chance auf Genesung. Ein künstlicher Darmausgang könne heute in 80 Prozent der Fälle vermieden werden, so Härtel. Aber auch ein eingepflanzter Ausgang habe heutzutage nicht mehr die gravierenden sozialen Folgen. Dr. Michael Sandherr, Onkologe am Zentralklinikum Augsburg, erläuterte die Notwendigkeit der Chemotherapie in verschiedenen Stadien der Krankheit. Dadurch könnten Reste der Tumorzellen vernichtet werden. Und auch bei einem ausgedehnten Befall des Körpers könne der Krebs unter Kontrolle gebracht werden. Der Mediziner präsentierte eindrucksvolle CT-Bilder einer durch Metastasen befallenen Leber, die sich nach einer Chemotherapie fast völlig erholt hat. Weiter referierte Sandherr über den Behandlungsstoff '5FU', der inzwischen mit sehr guten Ergebnissen eingesetzt werden könne und auch von den Kassen bezahlt werde. Dr. Stefan Bassermann beschrieb den Zuhörern wie auch den anwesenden Chirurgen, wie wichtig eine große Zahl an entfernten Lymphknoten ist, um eine sichere Aussage über Stadium und Art des Darmkrebses geben zu können. Im Anschluss an den Vortrag gab es eine lebhafte Diskussion und zahlreiche Fragen an die Spezialisten.

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