Maßnahmen für einen stabileren Wald

Buchloe (sei). - Um die Auswahl der richtigen Baumarten und die richtigen Pflanzmethoden ging es bei einer Fortbildungsmaßnahme im Buchloer Stadtwald, zu der das Staatliche Forstamt und die Forstbetriebsgemeinschaft Kaufbeuren eingeladen hatten. Klimawandel und vermehrt Stürme machten es erforderlich, bei Neuanpflanzungen möglichst tiefwurzelnde und standortgerechte Baumarten wie beispielsweise Weißtanne und Eiche zu wählen, erläuterte der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Kaufbeuren, Norbert Fischer. Förster Paul Gramlich wies anhand von Beispielen aus dem Stadtwald auf die 'Sünden' der Vergangenheit hin. So seien über 80-jährige Fichtenbestände anzutreffen, die auf kompakten Lehmuntergründen nur 20 Zentimeter tief wurzeln. Hier sei die früher schon einmal bei uns heimische Weißtanne geeigneter und 'biologisch wichtig'. Bei Neuanpflanzungen werde sie künftig mit etwa 20 Prozent Anteil wieder 'bestandsbildend' werden.

Beim Pflanzgut sei darauf zu achten, dass nur für unser Klima passende Herkünfte von den Baumschulen bezogen werden. Den teilnehmenden Waldbesitzern und Waldarbeitern führte Forstwirtschaftsmeister Reinhold Heel die verschiedenen Pflanzmethoden in der Praxis vor. Vor allem sei eine intakte 'Kette' von der Baumschule bis in den Wald nötig, bei der die Pflanzenwurzeln niemals austrocknen dürfen. So sind die Pflanzen bis zum Setzen in geeigneten Säcken unterzubringen oder im Erdreich 'einzuschlagen'. Man solle sich bewusst werden, dass die eingesetzten Bäume die nächsten 100 Jahre überdauern müssen, entsprechend sorgfältig sei der Pflanzvorgang durchzuführen - Rentabilität sei dabei 'nicht alles', hieß es. Orientierung sei das 'beste Pflanzverfahren', das die Natur durch Samen vollbringt. Wenn wir schon 'der Natur ins Handwerk pfuschen', dann so gut wie möglich, meinte Heel und führte den fachgerechten Wurzelrückschnitt vor, sowie das Ausheben von Pflanzlöchern mit verschiedenen Werkzeugen. Nicht mehr zu empfehlen sei die so genannte Winkelpflanzung, da sich die Wurzeln dabei gerne in Form eines 'Entenfußes' nur in eine Richtung entwickeln, dem erwachsenen Baum die nötige Stabilität nehmen und zu 'krummen Stämmen' führen. Das gerade für kleine Waldbesitzer geeignetste Verfahren sei die 'Hohlspatenpflanzung', mit dem Forstpflanzen mit einer Wurzellänge bis zu 22 Zentimeter eingebracht werden können.

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