Marktoberdorf
«Man kann nichts verkehrt machen»

Ein bisschen blass sieht er schon aus, der Mann, der da im Marktoberdorfer Feuerwehrhaus am Boden liegt. Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ist nötig. Und der Einsatz eines Defibrillators. Gut, dass die Stadtfeuerwehr nun auch über ein solches Gerät verfügt. 2000 Euro legten Lions Club, Rotary Club und das Autohaus Singer dafür an und spendeten es den Rettungskräften.

Bei der Übergabe erlebte es gleich seinen ersten «Einsatz», zumindest an einer Puppe. Beim Kammerflimmern, erklärt Robert Popp, Wachleiter der Marktoberdorfer BRK-Rettungswache, schlage das Herz bis zu 250 Mal in der Minute. Blut werde bei einer solchen Frequenz nicht mehr transportiert. Um so wichtiger sei es, das Herz durch einen elektrischen Impuls wieder in den richtigen Rhythmus zu bringen. Neben den Maßnahmen zur Wiederbelebung sei dazu manchmal der Einsatz eine «Defis» nötig.

Während Norbert Kees (Rotary) die Beatmung der Puppe vornimmt, ist Dr. Johann Karg (Lions) für die Herzdruckmassage zuständig, immer im Verhältnis 30:2, also 30 Drücke und zwei Beatmungen. Carl Singer (Autohaus Singer) steht derweil mit dem «Defi» in Bereitschaft. Das Fazit der drei: Im Ernstfall ist es mit diesem Gerät nicht mehr schwer zu helfen.

Dank genauer Anweisung aus dem Minicomputer weiß der Retter genau, was er zu tun hat. Gleichzeitig misst das Gerät in regelmäßigen Abständen die Herzfrequenz und fordert bei Bedarf zur sogenannten Schockabgabe auf. «Man kann nichts verkehrt machen», lautete die einhellige Meinung.

An mehreren Stellen in der Stadt

Daher spricht auch Stadtkommandant Konrad Ott von dem «unschätzbaren Wert», den der «Defi» für die Einsatzkräfte im Ernstfall besitze. Deponiert ist es im Führungsfahrzeug, das stets als erstes das Gerätehaus verlässt. Wenn über das Rote Kreuz wegen anderweitiger Einsätze kurzfristig kein Defibrillator verfügbar sei, könne die Leitstelle nun auch die Marktoberdorfer Feuerwehr alarmieren.

Bürgermeister Werner Himmer, der wie Ott den Spendern dankte, war sich ebenso des lebensrettenden Zwecks eines «Defi» bewusst. Aus diesem Grund seien Geräte in der Stadt an mehreren Punkten deponiert: im Modeon, im Hallenbad, im Rathaus und im Sommer bei der Wasserwacht am Ettwieser Weiher.

Der «Patient» im Feuerwehrhaus ist inzwischen zwar wieder wohlauf - aber immer noch ganz schön blass.

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