Obergünzburg
Märsche, Pop, et cetera

2009 sei ein Jahr des Durchschnaufens gewesen, sagte Claus Bäurle, Vorstand des Blasorchesters Obergünzburg, und spielte damit auf die Zeit zwischen der 2008 erfolgten Neugestaltung der Ausbildungsräume und dem Bezirksmusikfest im kommenden Jahr an. Dann feiert das Orchester sein 300-jähriges Bestehen und es dürfte wohl nur wenige ASM-Kapellen mit einer längeren Historie geben.

Wenn ein Verein ein solches Alter erreicht, zeugt dies von einer bestens funktionierenden Jugendarbeit. ASM-Vizepräsidentin Centa Theobald nannte diese in ihrem Grußwort eine «hochverzinsliche Investition». Bereits seit zehn Jahren präsentiert man sich mit drei Formationen dem Publikum, denn außer dem großen Blasorchester und der Jugendkapelle hat sich inzwischen das «Dream Team» als quirliges Vororchester etabliert.

Momentan spielen dort 29 Musiker/innen mit einem Durchschnittsalter von 10,7 Jahren. Unter der motivierenden Leitung von Christine Heinle legte man eine große Spielfreude an den Tag.

Neben der Uraufführung der «Dream-Team-Fanfare» aus der Feder der Dirigentin erklang ein Potpourri mit Melodien des amerikanischen «Marsch-Königs» John Philip Sousa und zum Abschluss ein klangmalerisches Stück aus dem australischen Busch: «When the Koalas do the Conga with the Kangaroos».

«Aus zwei mach eins»

Auf solidem Mittelstufen-Niveau bewegt sich die Jugendkapelle unter Leitung von Felix Jauch. Mit großem Klangvolumen und über weite Strecken sauberer Intonation spielte man die Ouvertüre «Mit der Kraft der Musik» von Markus Götz.

«Aus zwei mach eins» hieß es im «Adagietto und Rondo» für Flöte und Blasorchester von Ted Huggens. Das separat veröffentlichte «Adagietto for Flute» und das Finale des «Junior Concerto» wurden quasi zu einem verkürzten Flötenkonzert zusammengefügt.

Solistin Andrea Maresch spielte mit kernigem Ton und gutem Gespür für Feinheiten. Einen Blick zurück in die Popmusik der achtziger Jahre warf man mit «Symphonic Rock Highlights», in denen Arrangeur Norbert Studnitzky zwei Titel der Pet Shop Boys gekonnt für Blasorchester umgesetzt hatte.

Kernstück im Repertoire des großen Blasorchesters unter Manfred Wörz-Maurus war die Suite «Von Seglern und Walen», in der der Amerikaner William Francis McBeth fünf Figuren aus dem Roman «Moby Dick» von Herman Melville musikalisch charakterisiert. Die Musiker zeigten, dass sie zumindest mit einzelnen Höchststufenstücken in ihrem Programm nicht überfordert sind.

Dem Publikum erleichterte man das Verständnis der ohnehin recht illustrativen Musik durch projizierte Szenen aus dem ersten «Moby Dick»-Film (mit Gregory Peck als Captain Ahab) und durch rezitierte Auszüge aus dem Roman, pointiert vorgetragen vom Tubisten Jürgen Hailer.

Auf höchstem Niveau

Hörvergnügen auf höchstem Niveau vermittelt der Niederländer Peter Kleine Schaars in seinem jazzigen Stück «The Groove Makers». Das Orchester zeigte sich als erweiterte Bigband und bei mehreren Stücken dieser Art wäre aus dem Konzert sicher ein fröhlicher Tanzabend geworden. Mit Melodien aus frühen Musicals von Andrew Lloyd Webber endete der offizielle Konzertteil. Das begeisterte Publikum im Hirschsaal erklatschte sich zwei Zugaben: den «Jingle Bells Rock» und den Sousa-Marsch «Washington Post».

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