Leuterschach
Mängel mehren sich

Wie groß die Probleme nun tatsächlich sind, die die Kirche St. Magnus in Leuterschach in sich birgt, ist noch immer nicht absehbar. Die Untersuchungen laufen noch. Doch die Mängel werden eher größer und zahlreicher, als dass sie schrumpfen.

Vor Wochen war bereits der Zutritt zum Gotteshaus verboten worden, weil Teile des Deckenputzes herabzustürzen und Besucher zu verletzen drohten (wir berichteten). Eine Einsturzgefahr bestehe aber weder für das Schiff noch für den Turm, versichert Richard Siegert vom Stadtbauamt. Das Stadtbauamt ist mit von der Partie, weil die Kirche in kommunaler Hand ist.

Der Marktoberdorfer Architekt Christian Eger, der die Untersuchungen leitet, warnt vor Schnellschüssen und Aktionismus. Es gelte, behutsam und umsichtig vorzugehen, um - auch aus Gründen des Denkmalschutzes - nicht etwas zu verschlimmbessern. Es reiche nicht, die vorhandene Bausubstanz anzuschauen. Er will auch Archive von Diözese und Freistaat besuchen, um aus alten Unterlagen mehr über Entstehung und frühere Sanierungen des Gotteshauses zu erfahren.

Architekt als Detektiv

Seit die Untersuchung läuft und Experten die Kirche systematisch absuchen, tauchen nun neue Mängel auf. Eger rechnet damit, dass es sogar noch während der Sanierung zu Überraschungen kommt. Diese Unwägbarkeiten gelte es im Vorfeld abzuschätzen und in der Zeit- und Kostenplanung zu berücksichtigen.

Apropos Zeit und Kosten: Dazu wollen sich weder Eger noch Siegert äußern. Das Schadensbild sei noch unvollständig, ganz zu schweigen von einer Entscheidung über die Sanierungsmethoden. Ihre nächste Zielmarke sind die Haushaltsberatungen des Stadtrats im Februar. Bis dahin soll ein halbwegs verlässlicher Überblick stehen.

Eger ist von St. Magnus begeistert. «Ein Kleinod», schwärmt er. Im Turm («das Fundament stammt aus der Spätgotik») geht es über eine enge Wendeltreppe in den Dachstuhl hinauf. Dort zeigt er auf das Gewölbe («frei tragend, das kann heute kaum mehr jemand bauen») und auf das Deckengebälk («man muss sich mal vorstellen, mit welch einfachen Mitteln die Menschen damals so präzise gebaut haben»). Der Architekt als Detektiv: Eger will in die Geschichte eintauchen und «die Sprache der Kirche verstehen».

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