Memmingen
«Machs wie Gott - werde Mensch»

Von einem «Erlebnis, mit 2500 Menschen Gottesdienst zu feiern» hat der evangelische Dekan Kurt Kräß an Weihnachten gesprochen. Jeder dürfe teilhaben an der Hoffnung, die durch Gott in die Welt komme, sagte er in seiner Heiligabend-Predigt in der Martinskirche. Mit rund 1400 Besuchern war auch die St.Josefskirche überfüllt. Der katholische Dekan Siegbert G.Schindele sprach dort von der Liebe Gottes, die den Herrn antreibe, bei den Menschen zu sein. «Die Gottesdienst-Besucher haben die Predigt sehr aufmerksam verfolgt, es herrschte eine

Der Priester zitierte in seiner Heiligabend-Predigt den mittelalterlichen Theologen und Mystiker Meister Eckhart: «Niemals hat ein Mensch irgendwas so begehrt, wie Gott danach begehrt, beim Menschen sein zu dürfen.» Schindele fragte in der Josefskirche, ob es denn angesichts von Streit und Gewalt, Terror und Krieg so erstrebenswert sei, unter den Menschen zu sein.

Von der Liebe Gottes

Doch Gottes Liebe sei so groß, «dass er es einfach nicht aushält, uns in unserem schwachen, stets angefochtenen und hinfälligen Dasein allein zu lassen. Er will bei uns sein - in jeder Gefährdung, in jeder Sorge, in jeder Trauer», so der Dekan. Die Liebe zu seinem Geschöpf treibe Gott an.

«Wollen auch wir bei unseren Mitmenschen sein?», so der Dekan weiter. Schließlich sage man manchmal, dass man selbst schon genug zu tragen habe und sich nicht auch noch um andere kümmern könne. «Weihnachten aber will unser Leben verwandeln», betonte Schindele in seiner Predigt an Heiligabend. Der Messias wolle in der heiligen Nacht wieder jedem von uns begegnen, damit wir seinem Beispiel folgen. Daher habe er einen guten Rat, so Dekan Schindele zu seinen Zuhörern: «Machs wie Gott - werde Mensch.»

Von der Hoffnung, die durch Gott in die Welt komme, sei niemand ausgeschlossen, so der evangelische Dekan Kurt Kräß in seiner Predigt an Heiligabend. «Deshalb erfahren Hirten, also Besitz- und Rechtlose, vom normalen Leben Ausgeschlossene, zuerst von dieser Hoffnung.

» Die Hoffnungsträger der Weihnachtsgeschichte seien «Typen, deren Obhut wir unsere Kinder nicht anvertrauen würden», so Kräß weiter. Wenn Gott diese Menschen erwähle, stelle sich die drängende Frage, warum bei uns «so viele ausgeschlossen vom Leben» seien.

«Welt mit anderen Augen sehen»

Weihnachten ist in Kräß Augen auch eine «Provokation, die Welt mit anderen Augen zu sehen». Auf den ersten Blick sei die Geburt im Stall eine Katastrophe und Krise, auf den zweiten Blick «der Beginn des Heils».

Kräß sah hier Parallelen zum aktuellen Geschehen: «Auf den ersten Blick bewirkt die Weltwirtschaftskrise Existenzängste und finanzielle Not bei vielen Menschen. Auf den zweiten Blick hat sie uns gelehrt, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden.

Gottvertrauen und Vertrauen zum Mitmenschen sind höhere Güter als die optimale Rendite.»

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