Kaufbeuren / Buchloe
Logistische Bestleistung für das Leben anderer

Obwohl Corinna Blume seit der Nachricht vom Erdbeben in Haiti ständig am Telefon hängt, Sachspenden anfordert und Transporte für Hilfsgüter koordiniert, weiß sie nicht, was in zwei Stunden sein wird. «Wir tasten uns einfach Stunde um Stunde vor», erklärt die Leiterin für medizinische Projekte bei der Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica.

Donnerstagnacht startete ein siebenköpfiges Team ins Katastrophengebiet, darunter auch vier Allgäuer. Während die Helfer bereits im Flugzeug sitzen, muss Blume erst noch den Weitertransport von der Dominikanischen Republik nach Haiti organisieren. Zeit ist ein starker Gegner für Hilfsorganisationen wie Humedica. Einerseits ist das Kommunikationssystem im Land fast völlig zum Erliegen gekommen, andererseits sind gerade die Informationen, die nach außen dringen, enorm wichtig für die weitere Hilfe. Das erste Helferteam hat ein Medikamenten-Kit (englisch: Ausrüstung) für 3000 Menschen dabei und wird zwei Wochen bleiben. Ein weiteres Notfall-Kit für 10000 Menschen soll Haiti kurz nach dem ersten Helferteam erreichen. Am Montag soll ein zweites Team zur Unterstützung starten.

«Wie viele Chirurgen sind nötig, welche Medikamente werden besonders gebraucht? Solche Fragen beantworten unsere Koordinatoren vor Ort und wir handeln entsprechend», weiß die Projektleiterin.

Um die passenden Hilfsgüter dann auch losschicken zu können, muss ebenfalls eine logistische Meisterleistung vollbracht werden. Welche Fluggesellschaft kann das Team möglichst günstig mitnehmen, welche Maschine transportiert das Frachtgut, ohne größeren Kosten? Laut Wolfgang Groß, Geschäftsführer von Humedica, kämen die Fluggesellschaften den Organisationen in solchen Situationen immer entgegen. Dennoch kosten Hilfseinsätze viel Geld. «Geldspenden sind effizient, während Sachspenden uns vor zu große Probleme stellen würden», so Groß.

Denn selbst wenn Haiti um Hilfe von außen gebeten habe, so gelten dennoch gewisse Einfuhrbestimmungen.

«Deshalb arbeiten wir immer mit bestimmten Firmen zusammen, die genau das liefern, was wir brauchen.» Von Einmalhandschuhen aus Gummi, über Gips und Schienen für Knochenbrüche, bis hin zu Wasserdesinfektionstabletten, um Seuchen zu vermeiden.

Spenden an Humedica, Stichwort «Erdbeben Haiti», Kontonummer 4747, Bankleitzahl 73450000, Sparkasse Kaufbeuren.

www.humedica.org

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