Lindenberg
Lindenberg sucht die «Deutsche Hutkönigin»

2002 wurde erstmals die «Lindenberger Hutkönigin» gewählt. Dieses Ehrenamt wurde bisher von vier Frauen bekleidet. Ab nächstem Jahr gibt es einen neuen Titel: «Deutsche Hutkönigin». «Wir wollen die Stadt dadurch überregional bekannt machen», begründet Gästeamtsleiterin Catherine Bitzer. Im Doppelinterview mit ihrer designierten Nachfolgerin Kathrin Felle verrät sie, was hinter der Namensänderung steckt, wie die Wahl rund um den Huttag 2010 ablaufen wird - und was Frauenschwarm Brad Pitt damit zu tun hat.

Welche touristischen Schlagwörter fallen Ihnen spontan zu Lindenberg ein, ohne den Begriff «Hut» zu verwenden?

Catherine Bitzer: Die sonnenreiche Bergstadt haben wie ja bereits. Und der Waldsee ist auch immer ein Thema, das viele interessiert. Kathrin Felle: Vielleicht könnte man die industrielle Geschichte der Stadt einbringen. Diese Entwicklung ist immerhin der Grund dafür, weshalb wir im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden zu einer Stadt geworden sind.

Der Begriff «Hutstadt» klingt für manche Ohren etwas bieder. Dennoch ist er unweigerlich mit Lindenberg verbunden. Ist diese Tradition Ihrer Meinung nach der jungen Generation, zu der Sie ja auch zählen, bewusst?

Bitzer: Der Hut ist schon noch ein Accessoir für die ältere Generation. Doch er wird wieder auch wieder zu einem Must-Have für die Jungen. Es gibt alle möglichen Modelle und modernes Design. Zwar passt nicht jeder Hut auf jeden Kopf, aber das Bewusstsein ist meiner Meinung nach schon da. Felle: Ein Hut ist in erster Linie eine Kopfbedeckung - egal, welches Modell man dazu zählt. Auf den ersten Blick mag er etwas für Ältere sein, aber Promis wie Roger Cicero, Brad Pitt oder Justin Timberlake haben Hüte wieder salonfähig gemacht. Solche Modelle gibt es auch hier vor Ort. Uns ist wichtig, dass der Hut die breite Masse und auch die junge Bevölkerung anspricht.

Nun soll die «Lindenberger Hutkönigin» zur «Deutschen Hutkönigin» werden. Weshalb?

Bitzer: Wir wollen das Alleinstellungsmerkmal weiter tragen und die Stadt dadurch überregional bekannt machen.

Felle: Die Hutkönigin genießt eine große Popularität. Das wollen wir auf eine nächste Qualitätsstufe heben.

Wenn der Name Lindenberg aus dem Titel verschwindet - wie soll dann künftig unmittelbar auf die Stadt geschlossen werden?

Bitzer: Es soll eine feste Wort-Bild-Marke geben, in der Lindenberg als Krönungsstätte genannt wird. Der Begriff «Lindenberg» soll unter keinen Umständen wegfallen.

Felle: Es liegt dann auch an der Hutkönigin, dass sie mit Ihrer Persönlichkeit den Ort mitträgt und Lindenberg repräsentiert.

Wie wird die Wahl ablaufen?

Bitzer: Der Ablauf ist wie bisher: Die Kandidaten bewerben sich bis zum 9. April bei der Stadt. Ende April gibt es ein Casting, bei dem sechs Finalistinnen ausgewählt werden, die sich beim Huttag am 16. Mai einer prominent besetzten Jury präsentieren.

Felle: Zudem haben wir einige Ideen für das Rahmenprogramm am Huttag, mit dem wir versuchen wollen, auch ein jüngeres Publikum anzusprechen. Es wäre schön, wenn wir es für die Geschichte unserer Stadt, die mit dem Hut verbunden ist, begeistern könnten.

Wie könnten Lindenberger Frauen -gerade jüngere - für eine Kandidatur begeistert werden?

Felle: Die Tatsache, dass es nun «Deutsche Hutkönigin» heißt, soll auf jeden Fall mehr Bewerber ansprechen. Zudem wird die neue Hutkönigin die Stadt noch überregionaler repräsentieren. Ich denke, dass das schon ein Anreiz ist.

Bitzer: Vorweg: Wir wollen keine Miss-Wahl veranstalten, sondern suchen eine stilechte Hutkönigin. Diese kann sportlich sein oder elegant. Auftreten und Stil müssen eben zusammen passen. Und natürlich würden wir uns freuen, wenn sich junge Frauen bewerben würden.

Felle: Wir haben das Mindestalter bewusst auf 25 Jahre angesetzt. Denn die Kandidaten müssen sich bewusst sein: Das Amt der Hutkönigin ist nicht nur Spaß, sondern die Frau muss zwei Jahre lang in der Öffentlichkeit stehen. Was nicht heißt, dass stilvolles Tragen gleich in Ballkleider oder Ascot-Hüte übersetzt werden muss.

Der Hut ist nach wie vor eine Kopfbedeckung - von der Strickmütze über ein Käppi bis zum federbeschmückten Hut kann alles dabei sein.

Wenn Sie sich eine beliebige Person aussuchen dürften: Wer soll die neue Hutkönigin werden?

Felle: Wenn ich mir den europäischen Adel so ansehe - wo ja noch viel Hut getragen wird - dann könnte ich mir die norwegische Prinzessin Mette-Marit gut vorstellen. Sie ist eine moderne Prinzessin, stilsicher in Jeans wie im Abendkleid und manchmal auch ein bisschen unkonventionell.

Kommen wir auf das Jahr 2010: Wie sieht ihre berufliche Zukunft aus, Frau Bitzer?

Bitzer: Ich arbeite noch bis Ende Februar für die Stadt Lindenberg. Was danach kommt, ist noch offen.

Und welche Pläne haben Sie für 2010 als neue Leiterin des Kur- und Gästeamtes, Frau Felle?

Felle: Neben dem Huttag stehen zunächst zwei Projekte an: Noch im ersten Quartal soll es in Lindenberg eine Gurschler-Ausstellung geben. Dieser Lindenberger Künstler ist durch die zwischenzeitlich angedachte Verhüllung seines Freskos an der Grundschule momentan in aller Munde. Das ist ein guter Anlass, das vielseitige Werk dieses Künstlers zu zeigen. Und Anfang Juni steht die Eröffnung des neuen Stadtparks an. Am Programm feilen wir gerade.

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