Lindenberg nicht in Frage gestellt

Bürgerinitiative für Erhalt des Lindauer Krankenhauses will Lawine in Gang setzen Lindau/Westallgäu (bero). Die Vorbereitungen sind getroffen, um aus dem anfänglichen 'Schneeball', den die 'Bürgerinitiative (BI) für den Erhalt des Lindauer Kreiskrankenhauses in kommunaler Hand' angestoßen hat, eine öffentliche Lawine in Gang zu setzten. Die ersten Anzeigen für das Ziel der BI sind geschaltet und Plakate gedruckt. Ab sofort besteht außerdem für die Bürger die Möglichkeit, sich in Unterschriftenlisten für den Verbleib des Krankenhaus in kommunaler Hand einzutragen..

Seit dem Treffen der Bürgerinitiative vor gut einer Woche wurden weitere Kontakte geknüpft, Informationen hinterfragt und Argumente konkretisiert. So legten Professor Hartwig Lorenz-Meyer und die Kreisräte Hermann Dorfmüller und Lothar Höfler eine jeweils fast fertige Fassung eines Briefes an die Mitglieder des Kreistags und den Landrat sowie den Entwurf mehrerer im Kreistag einzureichender Anträge vor. Gleichzeitig hatten einige Mitglieder der BI bei Oberbürgermeisterin Petra Seidl, Paula Seberich und Eberhard Rotter vorgesprochen. Die Politiker hätten der Initiative versichert, dass sie erst die Verträge mit Procuramed eingehend prüfen würden, bevor sie ihre endgültige Entscheidung für oder gegen den Verkauf des Krankenhausbetriebs fällen. Positiv, so Lorenz-Meyer, seien die Gespräche mit dem Fraktionsvorsitzenden der CSU, Heribert Riedmüller, verlaufen. Ein Treffen mit der CSU-Fraktion werde Anfang Februar festgesetzt. Mehrere Gespräche mit Kreisräten anderer Fraktionen hätten außerdem deutlich gemacht, dass etliche ihre Position noch nicht endgültig festgelegt hätten. Kurzgeschlossen hatte sich Lorenz-Meyer zudem mit der Klinikleitung in Lindenberg. Dabei habe er der Generaloberin der Schwesternschaft des Roten Kreuzes versichert, dass die Bürgerinitiative in keinem Fall die Existenz des Lindenberger Krankenhauses in Frage stelle. Diese Klärung sei notwendig gewesen, weil manche Kreisräte die Auffassung vertreten würden, der Kreis Lindau könne sich nur ein Krankenhaus leisten. Vielmehr sei nach Ansicht der BI der Landkreis auf Grund seiner geographischen Gegebenheiten verpflichtet, beide Krankenhäuser zu betreiben. Viel zu wenig bedacht wurde für viele BI-Mitglieder bislang der soziale Aspekt. Sollte das Lindauer Krankenhaus irgendwann geschlossen werden, so werde es gerade für ältere Lindauer sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, ihre kranken Angehörigen und Bekannten in den benachbarten Krankenhäusern regelmäßig zu besuchen. 'Das Lindauer Krankenhaus darf nicht zum Gewerbebetrieb, zum Steuerspar- oder Abschreibungsmodell, zur Geldanlage oder zum Spekulationsobjekt werden', befand Lothar Höfler. Schließlich, so die Versammlung, beweise das Beispiel der Krankenhäuser in Dachau und Weißenhorn, dass es sehr wohl möglich sei, mit einem kommunalen Krankenhaus schwarze Zahlen zu schreiben. Flexibel reagierte die BI auf die Informationsveranstaltung, die Landrat Eduard Leifert für den kommenden Mittwoch, um 20 Uhr in der Inselhalle Lindau angesetzt hat. 'Wir werden ihm die Diskussion anbieten'. Dafür wird das nächste Treffen der BI von Mittwoch auf Donnerstag, 20 Uhr, verschoben. Gleichzeitig treibt die BI ihre Vorbereitungen für die Podiumsdiskussion am 9. Februar voran. Leifert appelliert an Westallgäuer'Das Krankenhaus LIndau wird erhalten und nicht verkauft', betonte der Landrat im Vorfeld der Veranstaltung. Die Diskussion über die Zukunft der Lindauer Klinik sei geprägt 'von widersprüchlichen Informationen und Ängsten'. Die Geschäftsführung von Procuramed werde am Mittwoch ebenfalls anwesend sein, so Leifert, der die Westallgäuer aufruft, an der Veranstaltung teilzunehmen, 'denn das Thema geht alle Landkreisbürger an'. Schließlich gehe es auch um das Lindenberger Krankenhaus. Die 'Gute Argumente Gruppe' hat recherchiert, dass bei der Übergabe des Krankenhauses an einen privaten Betreiber sämtliches Inventar im Wert von etwa 12 Millionen Euro 'zum Schleuderpreis' mit übergeben werde. Rechne man darüber hinaus die Pachteinnahmen von 300 000 Euro um auf eine Monatsmiete pro Quadratmeter, so ergebe sich ein Wert von 2,50 Euro. Der übliche Preis für Räume mit dieser spezifischen Ausstattung (Lüftung, Klimaanlage, Notstromversorgung) liege jedoch bei zehn Euro.

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